Seit 2019 leitet Karina Canellakis das Netherlands Radio Philharmonic Orchestra. Die Früchte dieser Zusammenarbeit haben bereits zwei Bartók-Einspielungen dokumentiert. Jetzt kommt eine Aufnahme mit zwei Werken von Sergej Rachmaninow hinzu: Der viersätzigen monumentalen Tondichtung „Die Glocken“ stehen die drei „Sinfonischen Tänze“ gegenüber. Beide Stücke gelingen eindrucksvoll: kraftvoll und nostalgisch zugleich. Der Gefahr, Rachmaninows Melancholie in (zu) süßliche Farben zu tauchen, entgeht Canellakis mit Umsicht und Bravour. Die Steigerungen, etwa bevor der Chor im Presto der „Glocken“ einsetzt, verraten ein sicheres dramatisches Timing. Die abrupten farblichen Umschwünge gelingen ebenso überzeugend wie die Passagen mit kurzen Solo-Einlagen. Überzeugen kann die Aufnahme auch durch eine konsequent rhythmische Straffheit. Abgerundet wird der erfreuliche Gesamteindruck durch ein warmes und differenziertes, angenehm räumliches Klangbild.
Rachmaninow: Die Glocken op. 35 & Sinfonische Tänze op. 45
Kristina Mkhitaryan (Sopran), Dmytro Popov (Tenor), Alexander Vinogradov (Bass), Netherlands Radio Choir, Netherlands Radio Philharmonic Orchestra, Karina Canellakis (Leitung)
Pentatone






