Tiefe Schluchten, leuchtende Felspyramiden, uralte Wälder und ein überwältigend weiter Sternenhimmel: Mit „Des Canyons aux étoiles“ entwarf Olivier Messiaen eines der eindrucksvollsten Klanggemälde des 20. Jahrhunderts. Das monumentale Werk entstand in den frühen 1970er-Jahren anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Unabhängigkeitserklärung der USA und ist eine Hommage an die überwältigende Natur der Nationalparks Utahs – und zugleich ein zentrales Zeugnis von Messiaens unverwechselbarer Tonsprache.
Messiaen, einer der bedeutendsten Komponisten der Moderne, verband in seiner Musik religiöse Visionen, Naturerfahrung und radikale klangliche Innovation. In „Des canyons aux étoiles“ verdichtet sich all dies zu einer farbenreichen Klangreise: Vogelrufe, die der leidenschaftliche Ornithologe Messiaen vor Ort notierte, stehen neben ekstatischen Klangballungen und Momenten von fast asketischer Transparenz. Der Bryce-Canyon-Nationalpark erhielt sogar einen eigenen Satz, und die nachhaltige Wirkung des Werkes zeigt sich nicht zuletzt darin, dass 1978 ein benachbarter Berg den Namen „Mount Messiaen“ erhielt.
Ideal besetzt mit dem Klangforum Wien
Eine ideale Besetzung für dieses anspruchsvolle Werk ist das Klangforum Wien. Das international renommierte Ensemble zählt seit Jahrzehnten zu den führenden Interpreten Neuer Musik und überzeugt durch höchste Präzision, klangliche Neugier und kammermusikalische Feinheit – Qualitäten, die Messiaens Musik zwingend verlangt. Geleitet wird das Ensemble von Ingo Metzmacher, einem ausgewiesenen Spezialisten für das 20. und 21. Jahrhundert, der Messiaens Werk profund durchdrungen hat.
Nach der Premiere im Wiener Konzerthaus ist das Konzertprogramm auch in Hamburg in der Elbphilharmonie zu erleben – eine seltene Gelegenheit, dieses außergewöhnliche Schlüsselwerk der Moderne in einer exemplarischen Interpretation zu hören.



