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Rezension Quatuor Diotima – Lachenmann: Streichquartette

Sensible Expeditionen

Das Quatuor Diotima überzeugt sowohl spieltechnisch als auch mit großer Klangimagination in allen drei Streichquartetten von Helmut Lachenmann.

vonEcki Ramón Weber,

Im vergangenen November wurde der Komponist Helmut Lachenmann 90 Jahre alt. In seinen Werken, die er zu einer „Musique Concrète Instrumentale“ erklärte, hat er klanglich Rand- und Grenzbereiche mit unkonventionellen Spieltechniken in den Vordergrund gestellt. Auf diese Weise lockt er sein Publikum in aller Welt aus der Lethargie des Selbstverständlichen und Gewohnten heraus. Diese Musik lässt aufhorchen. Dreimal hat sich Lachenmann im Laufe seiner Karriere die altehrwürdige Besetzung Streichquartett vorgenommen, mit Gran Torso (1971/78/88), Reigen seliger Geister (1988/89) und Grido (2001). Der weite Horizont an Geräuschhaftem, an Hauchen, Rauschen, Reibeklängen, an Flirren, obertonreichem Flöten, filigranen Tongespinsten, an vielfältigen Pizzicati, Explosionen und auch Ausbrüchen im vollen Klang auf den Saiten ist eindrucksvoll. Das französische Quatuor Diotima hat die nötige Konzentration, das Feingefühl, den Wagemut und verfügt in den dynamischen sowie klangfarblichen Dispositionen über den weiten klanglichen Horizont, um die Vielfalt der Zwischentöne in Lachenmanns musikalischen Expeditionen herauszuarbeiten. Die hervorragende Aufnahmequalität dieser Einspielungen bringt einem dies alles sehr nah.

Lachenmann: Streichquartette 1-3

Quatuor Diotima
Pentatone

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