Das ist eine reizvolle Mischung: Es gibt einige Chorwerke aus dem 19. Jahrhundert, die den Hornklang mit in den Fokus nehmen. Brahms, Schumann und Schubert haben so etwas geschrieben. Die Hörner mit ihrem irgendwie indirekten und in die Ferne weisenden Klang geben das perfekte Gegengewicht zum Vokalkollektiv. Wenn inspirierte Kräfte, wie auf der vorliegenden CD, unter dem sensiblen Dirigat von Kent Nagano zusammenwirken, ist dies eine Freude. Strawinskys Bauernlieder Unterschale fallen da stilistisch zwar heraus, werden hier aber hervorragend interpretiert. Die Hörnerfassung des Karfreitagszaubers aus Parsifal gerät allerdings bedenklich an ihre Grenzen: Der magisch flirrende Streichersatz Wagners kann eben nicht von den Bläsern nachempfunden werden. Besser funktioniert das Hörnerarrangement von Strauss‘ Rosenkavalier, diese Musik ist doch letztlich sehr robust. Die hält das aus.
CD-Rezension Kent Nagano
Exkursion ins Hörner-Reich
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Kent Nagano zählt zu den gefragtesten Dirigenten unserer Zeit und kann pro Saison auf eine Vielzahl an Gastdirigaten bei führenden internationalen Klangkörpern blicken. Darüber hinaus ist er ab September 2026 Chefdirigent des Orquesta y Coro Nacionales de España – des Spanischen Nationalorchesters…
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