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Rezension The Gesualdo Six – Wishing Tree

Olymp des A-cappella-Gesangs

Das britische Vokalsextett The Gesualdo Six kombiniert genussvoll Chorsätze aus unterschiedlichsten Epochen.

vonRoland H. Dippel,

Die Begeisterung des Publikums überschlägt sich bei ihren dicht gedrängten Auftritten. Man kann nur darüber spekulieren, wann The Gesualdo Six zwischen den Terminen überhaupt noch Zeit für Proben finden. Dabei ist der Konkurrenzdruck in Großbritannien zwischen erstrangigen Vokalensembles besonders groß. The Gesualdo Six agiert in der obersten Liga, wobei die Männer zeitgenössische und mittelalterliche Vokalsätze mit Sorgfalt und Delikatesse erobern. Bei diesem Streifzug durch die Epochen ist nicht immer sofort deutlich, aus welcher Zeit das erklingende Stück stammt. Denn The Gesualdo Six widmet jeder Etappe dieser „Reise durch Zeit, Poesie und Gesang“ hohe Aufmerksamkeit für Reinheit und Reibungen. Am bezwingendsten klingt das seit 2014 zusammen auftretende Sextett in Stücken mit wechselnden Stimmen und in den mittleren Dynamikbereichen. Da wird nämlich auch die Achtsamkeit im singenden Schweben, das Auskosten von Harmonien und das praktizierte In-sich-Hineinlauschen besonders deutlich – als Folge eines Zusammenspiels zwischen großem Fleiß und feinsinnig ausgekosteter Intuition. The Gesualdo Six müssen sich um ihren Rang in der Musikwelt also keine Sorgen machen.

Wishing Tree
Werke von Byrd, Vaughan Williams, Talbot, Desprez, Gibbons, Poulenc u. a.

The Gesualdo Six
Hyperion

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