Startseite » Rezensionen » Vielstimmiges Miteinander

Rezension Christina Pluhar – La Torre del Oro

Vielstimmiges Miteinander

Christina Pluhar und L’Arpeggiata werfen ein neues Licht auf die Alte Musik Spaniens, indem sie das indigene Erbe Amerikas zum Klingen bringen.

vonEcki Ramón Weber,

Die Hochblüte der spanischen Musik lag lange vor der Wiener Klassik, im 16. und 17. Jahrhundert, als das geraubte Gold Südamerikas immensen Reichtum brachte. Heute noch zu sehen am Hochaltar der Kathedrale von Sevilla. Dort, am Fluss Guadalquivir, steht der Torre del Oro, der Goldturm, Wahrzeichen des Hafens, wo einst die Schiffe der Konquistadoren abfuhren. Ein zweifelhaftes Erbe. Christina Pluhar denkt die Geschichte der kolonialen Ausbeutung bei ihrer Annäherung an Komponisten der Epoche wie Santiago de Murcia und Alonso Mudarra mit. Pluhar, ihr Ensemble L’Arpeggiata und Gäste, darunter die chilenische Sängerin Luciana Mancini, setzen diese Alte Musik in Dialoge mit Folklore und neuen Kompositionen aus Venezuela, Mexiko und Chile. Das Ergebnis ist ein vielstimmiges Miteinander. Die Rhythmen sind mitreißend, klangliche Details blühen in den transparenten Arrangements wundervoll auf. Es wird temperamentvoll und bewegend musiziert, die Leidenschaft fürs Repertoire ist allenthalben zu spüren. Dieses Album gibt Licht in unseren düsteren Zeiten.

La Torre del Oro
Werke von Herrera, Rivas, Para, Fugueredi u. a.

Céline Scheen (Gesang), Luciana Mancini (Gesang), Vincenzeo Capezzuto (Gesang), Manuel A. Sánchez (Gesang & Cuatro), L’Arpeggiata, Christina Pluhar (Leitung)
Erato

Auch interessant

Rezensionen

Termine

Aktuelle Rezensionen

Klassik in Ihrer Stadt

Anzeige

Audio der Woche

SPECTRUM: Wenn Musik zum Prisma wird

Eine Hommage an die Kraft der Klänge, die das Spektrum der Seele zum Leuchten bringt.

Amazon Logo
jpc Logo

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!