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Rezension Carl Maria von Weber – The Spirit of German Romanticism

Emotionale Virtuosität

Zu Carl Maria von Webers 200. Todestag deckt eine imposante Box fast 100 Jahre Rezeptionsgeschichte ab und fördert dabei Beachtliches zu Tage.

vonRoland H. Dippel,

Carl Maria von Weber war viel mehr als der Schöpfer des „Freischütz“ und des Wunschkonzert-Rondos „Aufforderung zum Tanz“. Neben drei Dialogopern für die Uraufführungsorte München, Berlin und London kapriziert sich diese imposante Edition auf die Orchesterwerke, Solokonzerte, Kammermusik, Virtuosenstücke und Lieder des in Eutin geborenen und bis München, Pilsen, Prag und Dresden wirkenden Komponisten. Die nach Gattungen geordneten CDs bilden gleichzeitig mehrere Jahrzehnte Weber-Rezeption ab. So stehen Aufnahmen des sorgfältigen Wolfgang Sawallisch neben Pionierleistungen wie Nikolaus Harnoncourts „Freischütz“. Glücksgefühle vermitteln viele Werke We-bers, die im Konzertrepertoire neben den zeitgleich entstandenen Partituren Beethovens und Schuberts leider vernachlässigt werden. Dabei erweist sich Weber wie sein Studienfreund Giacomo Meyerbeer als Kosmopolit mit Freude an Inspirationen aus anderen Kulturen. In beachtlicher Fülle macht die Edition mit diesem unterschätzten Œuvre bekannt. Gelegenheitswerke wie die zwei Messen verraten viel über den Zeitgeist zwischen Empire und Biedermeier. Nicht zuletzt zeigt sich, wie Etiketten verengen. Denn Weber steht weit über Begriffen wie Klassik und Romantik.

Weber – The Spirit of German Romanticism

Claudio Arrau (Klavier), Wolfgang Sawallisch (Leitung), Nikolaus Harnoncourt (Leitung) u. v. m.
Warner

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