Im Ingeborg-Bachmann-Jahr 2026 richten die Schwetzinger SWR Festspiele gemeinsam mit dem Theater Aachen den Blick auf eine der radikalsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur. Erstmals wird Bachmanns Roman „Malina“ zum Musiktheater. Das Komponistenduo Karola Obermüller und Peter Gilbert entwickelt mit Librettistin Tina Hartmann eine Oper über weibliche Selbstbehauptung, männliche Gewalt, verdrängte NS-Vergangenheit und die brüchige Identität einer Künstlerin im patriarchalen Gefüge. Vieles kreist um die Frage, wer Malina überhaupt ist. Die Produktion liest dabei die rätselhafte Figur im modernen Sinn jenseits binärer Zuschreibungen und fragt nach fluider Identität. Ausgehend vom berühmten Schlusssatz „Es war Mord“, gesprochen vom Opfer selbst, entfaltet sich ein Musiktheater, das die Übergänge zwischen Klang und Verstummen, Leben und Auslöschung auslotet. Bachmanns eigene Nähe zur Musik – die hochmusikalische Struktur ihrer Sprache – bildet dabei den Resonanzraum dieser vielschichtigen Uraufführung. Die Titelrolle singt der rumänisch-deutsche Countertenor Valer Sabadus.
Obermüller & Gilbert: Malina
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