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Rezension Sean Shibe – Vesper

Ausweitung der Gitarrenzone

Sean Shibe bietet frisches Repertoire von Adès, Birtwistle und Dillon einfühlsam, experimentierfreudig und sinnlich dar.

vonEcki Ramón Weber,

Sean Shibe ist einer der neugierigsten und wagemutigsten Gitarristen unserer Zeit. Immer wieder beschäftigt er sich auch mit Neuer Musik. Jetzt veröffentlicht er sein Album „Vesper“, das Werke aus dem 21. Jahrhundert präsentiert, entstanden zwischen 2014 und 2025. Shibe erweist sich hier als engagierter Anwalt für ein ausgeweitetes Gitarrenrepertoire. Das Album bringt Originalstücke und drei kurze Bearbeitungen für akustische Gitarre, alles Ersteinspielungen. Von drei britischen Komponisten: Thomas Adès, Harrison Birtwistle und James Dillon. Bei den suggestiven, anspielungsreichen „Forgotten Dances“ von Thomas Adès setzt Shibe die Rhythmen und Harmonien ebenso detailreich wie sinnlich in Szene und entfaltet ein breites dynamisches Spektrum. Harrison Birtwistles „Beyond the White Hand: Construction with Guitar Player“ ist eine kubistische Analyse der Gitarrenmusik, genau richtig für den fantasievollen Klangtüftler Shibe, der von robusten perkussiven bis zarten obertonreichen Aspekten alles ausprobieren kann. In den „Caprices“ des Schotten James Dillon legt Shibe viel Einfühlungsvermögen bei der Tiefenforschung in der Tongebung und den Resonanzen an den Tag. Ein großer Wurf, dieses Album!

Vesper
Adès: Forgotten Dances & Habanera aus „The Exterminating Angel“, Dillon: 12 Caprices, Birstwistle: Beyond the White Hand, Guitar and White Hand, Sleep Song u. a.

Sean Shibe (Gitarre)
Pentatone

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