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Rezension Simon Gaudenz – Mahler & Scartazzini: Sinfonien Vol. 2

Zu leicht

Während Andrea Scartazzinis Musik der Jenaer Philharmonie unter Simon Gaudenz klanglich gelingt, bleiben Mahlers Sinfonien zu unverbindlich.

vonFrank Armbruster,

Mahlerzyklen gibt es in Hülle und Fülle. Man muss sich also, um damit Aufmerksamkeit zu erregen, schon was einfallen lassen – zumindest, wenn man nicht zu den weltbekannten Klangkörpern gehört. Die Jenaer Philharmoniker haben deshalb den Komponisten Andrea Lorenzo Scartazzini damit beauftragt, zu jeder Mahlersinfonie ein neues Werk zu schreiben, das sich auf die Sinfonie bezieht. Das gelingt gut: „Epitaph“ nennt Scartazzini etwa das Quasi-Vorspiel zur 2. Sinfonie, in dem er das Thema Tod und Auferstehung schlüssig aufnimmt, und überhaupt sind die Werke des Schweizers von bezwingender atmosphärischer Dichte. Das freilich kann den Umstand nicht wirklich kompensieren, dass die Jenaer Philharmonie technisch mit den Toporchestern nicht mithalten kann: Dazu nimmt Dirigent Simon Gaudenz Mahlers existenzielle Musik durchweg zu leicht und unverbindlich, und auch klanglich bleibt einiges im Ungefähren.

Simon Gaudenz
Simon Gaudenz

Mahler: Sinfonien Nr. 2 c-Moll & Nr. 3 d-Moll, Scartazzini: Torso & Epitahl

Jana Baumeister (Sopran), Evelyn Krahe & Ida Aldrian (Alt), Knabenchor der Jenaer Philharmonie, Jenaer Philharmonie, Simon Gaudenz (Leitung)
Odradek

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