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Rezension Ivo Pogorelich – Beethoven & Rachmaninow

Nicht mehr erste Liga

Einzig das Konzept von Ivo Pogorelich überzeugt, zwei selten gespielte Beethoven-Sonaten der zweiten Klaviersonate Rachmaninows gegenüberzustellen.

vonFrank Armbruster,

Interessantes Konzept von Ivo Pogorelich, zwei experimentelle – und selten gespielte – Beethoven-Sonaten der zweiten Klaviersonate Rachmaninows gegenüberzustellen, um damit Beethovens Einfluss auf spätere Komponisten aufzuzeigen. Leider aber beweist diese Aufnahme, dass der mittlerweile 60-jährige Kroate, der vor 40 Jahren kometengleich in den Pianistenhimmel aufgestiegen war, heute nicht mehr in die erste Liga gehört. Die agogischen Freiheiten, die bei Rachmaninow angebracht sind, wirken bei den Beethoven-Sonaten Nr. 22 op. 54 und Nr. 24 op. 78 manieriert. Dazu ignoriert Pogorelich vor allem in op. 54 das Gros der Dynamikbezeichnungen ebenso wie die „dolce“-Anweisung zu Beginn des Allegrettos, das er wie ein Berserker durchpflügt. Mag er auch den Weltschmerz des zweiten Rachmaninow-Satzes überzeugend herausarbeiten – den Ecksätzen mangelt es an emotionaler Entfesselung wie pianistischer Grandezza.

Ivo Pogorelich © Alfonso Batalla
Ivo Pogorelich © Alfonso Batalla

Beethoven: Klaviersonaten Nr. 22 & 24
Rachmaninow: Klaviersonate Nr. 2 b-Moll op. 36

Ivo Pogorelich (Klavier)
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