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Rezension Howard Arman – Mozart: Requiem

Klarheit und Kühle

Howard Arman erschafft eine sterile, fast jeder Spiritualität bare und interessante Strukturskizze basierend auf Mozarts „Requiem“ mit exzellenten Chorleistungen.

vonRoland H. Dippel,

In seiner Adaption des unvollendeten Requiems beschränkt sich Howard Arman auf die von Mozart nicht vertonten Sätze und respektiert die Bearbeiter-Leistung von Mozarts Schüler Franz Xaver Süßmayr. Das Album endet mit dem von Sigismund Ritter von Neukomm 1821 in Rio de Janeiro als liturgische Ergänzung zu Mozarts letztem Werk komponierten „Libera me, domine“. Die Orgelintonationen auf die Antiphonen in Mozarts „Vesperae solennes“ stammen von Arman. Das Resultat ist von erstaunlicher Kühle, die man mit dieser Emotionen abweisenden Klarheit bisher weder von der Akademie für Alte Musik Berlin noch von den Solisten kennt. Es scheint, als distanziere sich Arman von all jenen Zuschreibungen, die das Fragment zu einer romantischen Bekenntnismusik heiligen wollten. So erlebt man eine sterile, fast jeder Spiritualität bare und nichtsdestotrotz interessante Strukturskizze mit exzellenten Chorleistungen.

Howard Arman
Howard Arman

Mozart: Requiem
(in der Vervollständigung von Franz Xaver Süßmayr & Howard Arman)
Vesperae solennes de confessore KV 339
Neukomm: Libera me, Domine
Werkeinführung zum Requiem von Markus Vanhoefer mit Musikbeispielen & Interview mit Howard Arman

Christina Landshamer, Sophie Harmsen, Julian Prégardien, Tareq Nazmi, Chor des Bayerischen Rundfunks, Akademie für Alte Musik Berlin, Howard Arman (Leitung)
BR-Klassik

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