Elisabeth Leonskaja hat auf einem Doppelalbum vier Werkgruppen sowie die Sonaten Nr. 1 und 2 von Robert Schumann veröffentlicht. Der erste Eindruck betrifft jedoch nicht die künstlerische Leistung: Warum klingt der Flügel so wattig, mitunter dumpf und weiter weg? Musikalisch ist die Aufnahme unzweifelhaft besser, dennoch gibt sie zu einigen Kritikpunkten Anlass. So entscheidet sich Leonskaja gelegentlich für die angezogene Handbremse, etwa im Allegrissimo der fis-Moll-Sonate. Oder warum gerät die dritte der Sinfonischen Etüden zu einer versonnenen traumähnlichen Nummer, obwohl Schumann „Vivace“ fordert? Risiken, ob manueller Art oder im Ausdruck, meidet Leonskaja offenbar bewusst. Ihre geschätzten Qualitäten bietet das Album natürlich auch: den runden, organischen Klang etwa, Balance und Linienformung; auch ihr Anschlag ist flexibel, gerade wenn sie das Leichte, Geschmeidige darstellt.
Schumann: Klaviersonaten Nr. 1 fis-Moll op. 11 & Nr. 2 g-Moll op. 22, Abegg-Variationen op. 1, Papillons op. 2, Sinfonische Etüden op. 13 & Geistervariationen WoO 24
Elisabeth Leonskaja (Klavier)
Warner




