Nach dem Werbeaufwand zu urteilen, muss Antonín Dvořák wieder auferstanden sein und auf der Karlsbrücke eigenhändig sein Violinkonzert spielen. Sensationell! Aber es ist Anne-Sophie Mutter. 30 Jahre hat sie nichts mit den Berliner Philharmonikern aufgenommen und überhaupt noch nie den Dvořák. Natürlich kennt sie das Stück inwendig, und ihre Deutung ist durchaus originell, gewürzt mit betörenden, befremdlichen Klängen. Spieltechnische Brillanz und üppige Tonschönheit verstehen sich bei den Beteiligten von selbst, aber was soll diese Tempoverschleppung, die streckenweise zu völligem Stillstand führt? Auch die vielen Schleifer und Schluchzer wirken manieristisch, wenn nicht sentimal. Damit dürften selbst viele Anhänger des romantischen Geigenspiels nicht einverstanden sein. Frau Mutter und Herr Honeck wollten Dvořák ganz anders, ganz neu interpretieren – und schossen entschlossen übers Ziel hinaus.
CD-Rezension Anne-Sophie Mutter
Troppo ritardando
Nach 30 Jahren nimmt Anne-Sophie Mutter wieder mit den Berliner Philharmonikern auf und präsentiert erstmals Dvořáks Violinkonzert auf CD
Anne-Sophie Mutter (Violine), Berliner Philharmoniker, Manfred Honeck (Leitung)
Deutsche Grammophon
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Berliner Barock Solisten, Anne-Sophie Mutter
Darvishi: Likoo (DEA), Previn: Violinkonzert Nr. 2, Mozart: Adagio und Allegro f-Moll KV 594 & Violinkonzerte Nr. 1 B-Dur KV 207 & Nr. 5 A-Dur KV 219
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