Über Sinn und Zweck dieses Projekts kann trefflich diskutiert werden. Anne-Sophie Mutter hat sich mit ihrem Streicher-Ensemble und Begleiter-Onkel Lambert Orkis in die „Yellow Lounge“ begeben und dort ein Potpourri von Vivaldi bis Brahms, von Bach bis Copland aufgeführt. Keine Frage, in ungewohnter Umgebung sind alle mit Feuereifer zugange, risikolustig und rhythmusstraff. Das klingt spontan, ungezwungen, aber eben auch ein wenig flüchtig oder gar gewollt und abgedroschen hektisch, wie in den Ecksätzen des Bach-Doppelkonzerts. Braucht man dieses Album, und wer? Wie es sich für heutige Häppchenkost gehört, werden aus Konzerten nur einzelne Sätze herausgepickt, die beliebig eingestreuten Einzelwerke sind populär und konsumentenfreundlich. Vieles klingt effektpoliert, tempogetrimmt oder schmalzig, wie bei Brahms und Saint-Saëns. Ein Album für das viel beschworene „junge Publikum“?
CD-Rezension Anne-Sophie Mutter
Im Effektladen
Spontan, ungezwungen und abgedroschen: Anne-Sophie Mutter geigt in der Lounge – fragt sich nur für wen?
Anne-Sophie-Mutter (Violine), Lambert Orkis (Klavier), Mutter´s Virtuosi, Mahan Esfahani (Cembalo)
Deutsche Grammophon
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