Diese familiäre Schaffensgemeinschaft ist singulär: Alfred Kerr, der prägende Theaterkritiker des Berliner Feuilletons im Kaiserreich und der Weimarer Republik, verfasste das Textbuch; seine Frau Julia komponierte die Musik zur Oper „Der Chronoplan“. Die gemeinsame Tochter Judith Kerr beschrieb mit der bewegenden Emigrationsgeschichte ihres Jugendromans „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ die Flucht einer jüdisch-deutschen Familie – und damit ein hochgradig autobiografisches Werk. Ihre Mutter trug auf ihrem ruhelosen Weg durch Europa stets ihre Opernpartitur mit sich, die teilweise verloren ging. Nach anspruchsvoller Rekonstruktionsarbeit kommt es nun endlich zur szenischen Uraufführung der Oper, die ins Berlin der 1920er-Jahre führt: Albert Einstein präsentiert einer erlesenen Gesellschaft, darunter Richard Strauss, Max Liebermann und George Bernard Shaw, seine neueste Erfindung: eine Zeitmaschine. Nicht ohne Komplikationen landet man in der Romantik. Für die Erstinszenierung führt Lorenzo Fioroni Regie.
Kerr: Der Chronoplan
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