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Rezension Yunchan Lim – J. S. Bach: Goldberg-Variationen

Trennscharf

Mit einem überzeugenden Live-Mitschnitt von Bachs „Goldberg-Variationen“ empfiehlt sich der junge Pianist Yunchan Lim.

vonChristoph Vratz,

Im April 2025 spielte Yunchan Lim in der Carnegie Hall von New York die „Goldberg-Variationen“ von Johann Sebastian Bach. Der Mitschnitt dieses Konzerts liegt nun vor und zeigt einen Pianisten, der dieser Aufgabe durchaus gewachsen ist. Lim formt überlegt Linien, setzt gezielt Betonungen, auch in der linken Hand. Er spart in den Wiederholungen nicht an freien Verzierungen. Über Fülle und Ausmaß ließe sich diskutieren. Erkennbar aber ist, dass Lim mit barocker Ornamentik vertraut ist. Es gibt Variationen, wie die Nummern 8 und 29, in denen der Grat zwischen Virtuosität und Hektik schmal ist und der musikalische Nährgehalt ein wenig schrumpft. Die nach innen gerichteten Variationen, etwa Nummer 15, nimmt man ihm dafür gern ab. Lims Anschlag ist klar und trennscharf, der Pedalgebrauch zurückhaltend, aber mitunter hörbar. Eine weitgehend überzeugende Aufnahme mit leichter Tendenz zu jugendlichem Übermut.

J. S. Bach: Goldberg-Variationen BWV 988

Yunchan Lim (Klavier)
Decaa

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