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CD-Rezension Weinberg Kammersinfonien mit Gidon Kremer

Rückblick

Die Wieder- und Neuentdeckung des Komponisten Weinberg ist beim Spätwerk angekommen

vonAndreas Falentin,

Die Kammersinfonien markieren den Eintritt in den letzten Schaffensabschnitt von Mieczysław Weinberg. Sie sind größtenteils Überschreibungen und Bearbeitungen seiner Streichquartette. Die Distanz zum eigenen Leben und Werk, die Weinberg sich in den drei ersten erschreibt, leuchtet die Kremerata Baltica in ihrer hervorragenden Interpretation subtil aus. Ein Eindruck nicht fließender Bewegung herrscht vor, eine Sehnsucht nach, eine Unmöglichkeit von Ruhepunkten ist zu hören, wehmütig aber nicht hoffnungslos. Auf der zweiten CD dann ereignet sich ein gewaltiger Ausdruckskontrast innerhalb der Streichorchester-Klangwelt: fast ausufernd spielerisch, überbordend musikantisch kommt die eigentlich resignativ anmutende vierte Kammersinfonie daher, fast fröhlich das von Gidon Kremer für Streichorchester bearbeitete frühe Klavierquartett mit der leidenschaftlich entspannten Pianistin Yulianna Avdeeva.

Weinberg: Kammersinfonien 1-4 & Klavierquintett op. 18

Yulianna Avdeeva (Klavier), Andrei Pushkarov (Percussion), Maria Bekavac (Klarinette), Kremerata Baltica, Gidon Kremer (Violine & Leitung), Mirga Gražinytė-Tyla (Leitung)

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