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Rezension Sébastien Daucé – J. S. Bach: Christ lag in Todesbanden

Junger Bach

Das Ensemble Correspondances und Sébastien Daucé Zeigen Bachs frühe Kantatenkunst mit Werken aus der Mühlhausener Zeit.

vonEcki Ramón Weber,

Eine Station während der Wanderjahre des jungen Johann Sebastian Bach war die Freie Reichsstadt Mühlhausen in Thüringen. Dort wirkte er 1707/08 als Organist an der prächtigen Divi-Blasii-Kirche, ehe er nach Weimar weiterzog. Aus Frankreich blickt das Ensemble Correspondances unter der Leitung von Sébastien Daucé auf Bachs sakrales Kantatenwerk, das in dieser Schaffensperiode entstand. Die drei eingespielten Kompositionen werden von den vereinten Vokalkräften des Ensembles schwungvoll, energie- und affektgeladen, in klarer Linienführung und in prallen Harmonien gegeben. Auch die Diktion der Texte nimmt für sich ein. Die Gesangssolisten des Ensembles berücken gestenreich und lebhaft, in vielfältigen Charaktermasken demonstrieren sie überzeugend, wie nah Musiktheater und Kirchenkantate in der Epoche beieinander lagen. Auch die Instrumentalisten ziehen engagiert und farbenfroh am selben Strang. Nur bei den Blockflöten gibt es mitunter Intonationswackler und verschwimmende Konturen. Alles in allem aber: gute Einblicke ins Wirken des ambitionierten Talents, das ein ganz Großer werden sollte.

J. S. Bach: Christ lag in Todesbanden BWV 4, Aus der Tiefe rufe ich, Herr zu dir BWV 131 & Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit BWV 106

Caroline Weynants (Sopran), Lucile Richardot (Alt), Raphael Höhn (Tenor), Sebastian Myrus (Bass), Ensemble Correspondances, Sébastien Daucé (Leitung)
harmonia mundi

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