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Rezension Pierre Dumoussaud – Debussy: Pelléas et Mélisande

Dramatische Exploration

Im Vergleich mit den Aufnahme-Extremen von Boulez‘ Psychokrimi und von Karajans Klangmysterium ist Pierre Dumoussauds „Pelléas et Mélisande“ aus Bordeaux eine satte, überzeugende Alternative.

vonRoland H. Dippel,

Pierre Dumoussaud widerlegt Pierre Boulez‚ Überzeugung, dass Debussys Drama ein wagnerndes Artefakt ist. Er kostet die rhythmisch-dynamischen mehr als die koloristischen Valeurs aus und verortet die Schönheiten des revolutionären Werks in affirmativer Nähe zu Massenet und Saint-Saëns. In dieser Einspielung gibt es keine toxischen Männerfiguren. Alexandre Duhamel ist der sensibel gereifte Halbbruder des als Pelléas idealen Stanislas de Barbeyrac, also kein Düsterling. Jérôme Varnier befreit Arkel vom Image des übergriffigen Lustgreises. In dieser Aura sensibler Männer muss Chiara Skeraths quellklare Mélisande auch schwach wirken, weil Janina Baechle die Knechtung Genevièves wie stimmliches Krafttraining artikuliert. Im Vergleich mit den Aufnahme-Extremen von Boulez‘ Psychokrimi und von Karajans Klangmysterium ist die dramatische Exploration aus Bordeaux eine satte, überzeugende Alternative.

Pierre Dumoussaud
Pierre Dumoussaud

Debussy: Pelléas et Mélisande

Stanislas de Barbeyrac, Chiara Skerath, Alexandre Duhamel, Jerome Varnier, Janina Baechle, Orchestra National Bordeaux Aquitaine, Pierre Dumoussaud (Leitung)
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