Startseite » Rezensionen » Treue und Wankelmut

CD-Rezension Philippe Jaroussky

Treue und Wankelmut

Philippe Jaroussky und Karina Gauvin dominiert das Schaulaufen der Virtuosen in Händels melancholischer Komödie

vonAndreas Falentin,

In der 1730 in London uraufgeführten Partenope scheint Händel shakespearesche Vertiefung anzustreben. In feinster Ausdifferenzierung werden Liebeslust und -leid, Treue und Wankelmut geradezu musikalisch analysiert. Mit perfekt geführtem, warmem und wandlungsfähigem Sopran gibt Karina Gauvin der Aufnahme in der umschwärmten Titelrolle ein großartiges Zentrum. Der andere Star der Aufnahme, Philippe Jaroussky, bezaubert mit dem melancholischen Ch’io parta?. Wo allerdings stimmlicher Krafteinsatz gefordert wird, klingt die Stimme körnig, nicht selten müde. Dagegen beeindrucken John Mark Ainsley mit expressiven Koloraturen und der immensen Ausdrucksspanne seines immer noch erstaunlich flexiblen Tenors und die junge Teresa Iervolino mit androgynem, groß dimensioniertem Alt. Dem fundierten Dirigat Riccardo Minasis fehlt es nirgends an klanglicher Delikatesse, gelegentlich aber durchaus an Esprit.

Händel: Partenope
Karina Gauvin (Partenope), Philippe Jaroussky (Arsace), Emöke Baráth (Armindo) u. a.
Il Pomo d´Oro, Riccardo Minasi (Leitung)
Erato (3 CDs)

Auch interessant

Rezensionen

Termine

Aktuelle Rezensionen

  • „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“
    Interview Joshua Bell

    „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“

    Seit 2011 leitet Joshua Bell die Academy of St Martin in the Fields. Sein Violinspiel liegt in zahlreichen Aufnahmen vor – und in 20 000 digitalen Samples.

Klassik in Ihrer Stadt

Anzeige

Audio der Woche

Gabriel Meyer präsentiert „Before I Knew“

Der Zürcher Pianist Gabriel Meyer veröffentlichte am 19. Dezember 2025 seine zweite Single „Before I Knew“. Das Stück setzt den mit dem Debüt begonnenen Weg fort und ist Teil des Albums „Remember“, das im Mai 2026 erscheint.

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!