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Rezension Nikolaus Harnoncourt – Mendelssohn: Die schöne Melusine

Romantik mit Harnoncourt

Endlich gibt es die Aufnahmen mit dem Chamber Orchestra of Europa und Nikolaus Harnoncourt mit für ihn untypischem Repertoire. Frisch, klug, spannend!

vonEcki Ramón Weber,

Dem Chamber Orchestra of Europe war er einer seiner Lieblingsdirigenten: der 2016 verstorbene Nikolaus Harnoncourt. Neu veröffentlichte Aufnahmen aus dem Stefaniensaal in Graz vom Festival Styriarte 1999 dokumentieren dies eindrücklich. Bei dieser Reise durch die Romantik mit drei gegensätzlichen Komponisten sind die kreative Energie und die Begeisterung von Orchester und Dirigent herauszuhören. Mendelssohns „Melusine“ wird ungemein plastisch, lebendig, glühend, wendig zum Klingen gebracht. Der Beginn von Wagners „Tannhäuser“ kommt gestenreich und farbintensiv daher, perkussiv federnd, schlagkräftig, ekstatisch, rauschhaft und dennoch unter absoluter Kontrolle der Kunstmittel, ohne alles in dicker Soße zu ertränken. Was konnte Harnoncourt für dramaturgische Bögen spannen! Auch bei „Tristan und Isolde“, Ouvertüre und „Liebestod“ mit der markanten Violeta Urmana, treten die Tiefenschichten deutlich zutage. Und schließlich Schumanns außergewöhnliche Kantate „Requiem für Mignon“ mit bravourösen Solisten und dem jahrelang auf Harnoncourt perfekt eingestimmten Wiener Arnold Schoenberg Chor. Als Bonus-Tracks gibt es noch den begnadeten Musikvermittler Harnoncourt. Ein Schatz wurde hier gehoben.

Mendelssohn: Die schöne Melusine op. 32, Wagner: Ouvertüre und Bacchanale aus „Tannhäuser“ & Vorspiel und Liebestod aus „Tristan und Isolde“, Schumann: Requiem für Mignon op. 98b

Violeta Urmana (Mezzosopran), Arnold Schoenberg Chor, Chamber Orchestra of Europe, Nikolaus Harnoncourt (Leitung)
Sony Classical

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