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Rezension Mariss Jansons ✝ – Rihm: Requiem-Strophen

Blickwechsel mit dem Tod

Wolfgang Rihms Chorwerk steht mit melodischen Reibungen und langen ruhigen Flächen in der Traditionslinie sakraler Musik.

vonRoland H. Dippel,

Mit Monumentalität und Intimität ist „Requiem-Strophen“ ein Trost für die Lebenden, keine endzeitliche Drohkulisse. Wolfgang Rihm, der sich bewusst häufiger spirituellen Sujets zuwendet, richtete eine überkonfessionelle Erweiterung der katholischen Totenmesse ein. Poeme von Michelangelo, Rilke (da befindet sich der Komponist in auffallender Nähe zu Schostakowitsch), Johannes Bubrowski, Hans Sahl und Psalmen-Verse werden neben dem lateinischen Text zu Blickwechseln mit dem Tod. Dieses Chorwerk für zwei Solo-Soprane im Stimmengeflecht, Bariton und Chor steht mit melodischen Reibungen, orchestralen Steigerungen und langen ruhigen Flächen in der von Rihm bewusst gesuchten Traditionslinie sakraler Musik. Mariss Jansons dirigierte am 30. März 2017 erstmals in der Münchner Konzertreihe „musica viva“. Die Aufnahme fängt viel von der bewegten, aber auch wachen Atmosphäre bei der Uraufführung ein.

Rihm: Requiem-Strophen

Mojca Erdmann & Anna Prohaska (Sopran), Hanno Müller-Brachmann (Bariton), Chor des Bayerischen Rundfunks, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons (Leitung)
Neos

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