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Rezension Marcel Brunner – Remembrance

Hochaktuelles Debüt

Mit einem Konzeptalbum, das Kriegserfahrungen aus dem 20. Jahrhundert reflektiert, stellt sich Bassbariton Marcel Brunner vor.

vonEcki Ramón Weber,

Für sein Debüt-Album „Remembrance“ setzt Bassbariton Marcel Brunner nicht auf die sichere Bank des geläufigen Repertoires. Stattdessen bringt er ein Programm mit selten dargebotenen Liedern aus dem 20. Jahrhundert, die sich mit Krieg auseinandersetzen. Der Impuls für das Projekt war der Angriff Russlands auf die Ukraine 2022. Seitdem ist die Weltlage bekanntlich noch schlimmer geworden. Brunner interpretiert so expressiv wie einfühlsam Werke von Hanns Eisler, vom dem im Ersten Weltkrieg gefallenen Rudi Stephan, dem aus Mannheim stammende jüdischen Komponisten Robert Kahn, der nach England ins Exil gehen musste, und vom US-Amerikaner Charles Ives. Diese Lieder lotet Brunner mit wandlungsfähiger Stimme aus, mal kernig und kraftvoll, mal in leisen Tönen, von tiefen bis in luftig hohe Register. Individuell und unmittelbar im Ausdruck. Das ist berührend, mitunter aufrüttelnd, etwa in Eislers „Ballade von der Krüppelgarde“. Pianistin Doriana Tchakarova erweist sich dabei als kongeniales Gegenüber. Sie trifft in ihrem Spiel sehr einfühlsam die jeweilige Stimmung. So gelingt eine intensive, emotionale Interpretation. Bloß überaus schade, dass sich das Label den Abdruck der Liedtexte im Booklet gespart hat.

Marcel Brunner
Marcel Brunner

Remembrance
Werke von Eisler, Kahn, Stephan & Ives

Marcel Brunner (Bassbariton), Doriana Tchakarova (Klavier)
hännsler classic

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