Pittoreske Percussion-Akzente im instrumentalen Farbrausch und tonale Strukturen treffen in der für Venezuela epochalen „Cantata Criolla“ aus dem Jahr 1954 und dem 2017 in Houston uraufgeführten „Conquest Requiem“ aufeinander. Das Oratorium wurde seit Mitte des 20. Jahrhunderts zu einer Gattung für historische und politische Themen. Das zeigen neben Schöpfungen von Mikis Theodorakis die vom Label Naxos hier zu einem stimmigen Tandem vereinten Kompositionen. Dank der sich mit suggestiver Vehemenz in die Partituren werfenden Interpreten werden auch die Unterschiede deutlich. Gabriela Lena Frank beabsichtigte eine differenzierte Darstellung der Nahua-Frau Malinche und feiert die Selbstbestimmtheit der Geliebten des gegnerischen Usurpators Hernán Cortés. Antonio Estévez seziert in seiner Vertonung von Alberto Arvelo Torrealbas Poem das Rededuell des Mannes Florentino mit dem Teufel scharf, kontrastreich und hintergründig. Die lauernden Bedrohungen beeinflussen Estévez’ klangliche Strukturen. Orchester, Chor und Solostimmen gestalten die massiven, mitreißenden und stellenweise monumentalen Episoden beider Kompositionen mit bedachter Opulenz und virtuoser Geschmeidigkeit.
Frank: Conquest Requiem, Estévez: Cantata Criolla
Jessia Rivera (Sopran), Aquiles Machado (Tenor), Andrew Garland (Bariton), Juan Tomás Martínez Yépez (Bariton), Daniel Binelli (Bandoneon=, Alcide Rodriguez (Maracas), Nashville Symphony Chorus, Nashville Symphony, Giancarlo Guerrero (Leitung)
Naxos





