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Rezension Eric Lu – Schubert: Impromptus

Empfindsamer Tastenpoet

Umsichtig, poetisch und fein schattiert durchwandert der junge Eric Lu Schuberts Impromptus.

vonChristoph Vratz,

Rund ein Jahr vor seinem öffentlichkeitswirksamsten Erfolg – dem Gewinn beim Warschauer Chopin-Wettbewerb – ist Eric Lu bereits 2024 ins Berliner Teldex Studio gegangen und hat dort die beiden Sammlungen mit Impromptus von Franz Schubert aufgenommen. Man sollte sich einmal die leisen Stellen ziemlich laut anhören, dann erkennt man, dass Lu die Kunst des Pianospiels mit vielen Schattierungen beherrscht. Ob eine Begleitfigur, ob Melodielinie, ob Nebenstimme – Lu weiß, dass die große Kunst des Klavierspiels nicht im „Schneller, Lauter, Kühner“ besteht. Die perlenden Läufe im zweiten Impromptu von D 899 gelingen fließend und gesanglich zugleich, zumal die linke Hand entsprechend kommentiert. Ähnlich im vierten Impromptu. Eine Reise durch Schuberts Kosmos ist das dritte Impromptu aus D 935. Lu ist ein umsichtiger Reiseführer, nicht der kernigste in der langen Diskografie, aber einer, dem man zuhören sollte. Er weiß, dass ein Flügel poetisch klingen kann.

Schubert: Impromptus D 899 & D 935

Eric Lu (Klavier)
Warner

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