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Rezension Bernardi: Missa pro defunctis sex vocum

Mildes Klangambiente

Der Komponist Stefano Bernardi wirkte vor seinem Amtsantritt als Hofkapellmeister wenige Monate vor Einweihung des Salzburger Doms in Verona und Rom.

vonRoland H. Dippel,

Ein Detail fällt kaum auf. Diese Aufnahmen, welche an eine glanzvolle Dekade der Salzburger Sakralmusik erinnern, entstanden nicht in den Hauptkirchen St. Peter oder St. Sebastian, sondern in der Stadtkirche St. Martin in Rheinfelden (Schweiz). Sonst wäre der Hall für die mit lupenreiner Intonation und weicher Diktion agierenden Musiker eher imposant als sanft. In diesem mildem Klangambiente passt, dass die hohen Stimmen neben Countertenören mit Frauen-Sopranen besetzt sind, während im von italienischen Musizieridealen geprägten Salzburg Knaben und Kastraten auf den Choremporen standen. Der Komponist Stefano Bernardi wirkte vor seinem Amtsantritt als Hofkapellmeister wenige Monate vor Einweihung des Salzburger Doms (1628) in Verona und Rom. Man erlebt also einen früheren Punkt jener Tradition, die mit der „Missa Salisburgensis“ (1682) und den Messen des jungen Mozart großartige Höhepunkte erreichte.

Bernardi: Missa pro defunctis sex vocum (Salzburg 1629)

Voces Suaves, Concerto Scirocco
Arcana

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