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Rezension Christopher Ward – Büttner: Sinfonien

Fällige Wiederentdeckung

Dank des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin und Christopher Ward erfahren Paul Büttners späte Sinfonien ihre verdiente Aufmerksamkeit.

vonChristoph Vratz,

Nach einer vor knapp zwei Jahren erschienenen Einspielung der zweiten Sinfonie (mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt) legen das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und Christopher Ward nun die Sinfonien Nr. 3 und 4 von Paul Büttner vor. Das Schaffen des gebürtigen Dresdners erfährt nach seiner nationalsozialistischen Brandmarkung „entartet“ nun eine fällige Wiederentdeckung. Der als Erbe Bruckners und Brahms titulierte Büttner hat die beiden Sinfonien zur Zeit des Ersten Weltkriegs komponiert. Christopher Ward gelingt es, die Bezeichnungen der jeweiligen Sätze („Einfach und innig“ oder „Leidenschaftlich und stürmisch“) auf stimmige Weise klanglich zu realisieren, nicht zuletzt dank einer klugen Staffelung des Orchesters und einem guten Gespür für lange Bögen. Das Scherzo der Vierten gerät zu einem vielschichtig-spukhaften Satz, das Adagio der Dritten zu einem choralnahen Gesang, der vor allem von den kammermusikalisch agierenden Holzbläsern geprägt ist.

Büttner: Sinfonien Nr. 3 Des-Dur & Nr. 4 h-Moll

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Christopher Ward (Leitung)
Capriccio

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