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Rezension Aris Quartett & Annika Treutler – Sibelius: Klavierquintett

Neue Aspekte

Pianistin Annika Treutler und das Aris Quartett zeigen Jean Sibelius von seiner weniger bekannten kammermusikalischen Seite.

vonEcki Ramón Weber,

Der nordische Orchestermagier Jean Sibelius hat in jungen Jahren Kammermusik und immer wieder Klavierminiaturen geschrieben. Pianistin Annika Treutler und das Aris Quartett zeigen bei ihrer Neueinspielung des Klavierquintetts eher unbekannte Seiten des Komponisten. Dieses am Ende seiner Studienzeit entstandene Werk zeigt schon sinfonische Weite und dramatische Ausschläge. Treutler und das Aris Quartett unterstreichen dies in ihrem Spiel bereits im Kopfsatz mit Nachdruck, um kurz darauf Klänge wie hinter Milchglas aufscheinen zu lassen. Solcherart phänomenale Beherrschung ihrer Kunstmittel bestimmt die gesamte ausdrucksvolle Interpretation dieses Werks, innig im Miteinander, dicht, mit kantablen Aufhellungen, drängend. Der Scherzo-Satz gerät zum Tanzstück in flüchtig wechselnden Beleuchtungen, das Finale hat eine spannungsvolle Brüchigkeit, die ins Bedrohliche kippt. Die fünf Musiker holen alles aus diesem Kammerwerk heraus – beeindruckend! Das Gleiche gilt für Annika Treutlers Auswahl der Klavierminiaturen, die unter ihren Händen zu starken Charakterstücken werden.

Sibelius: Klavierquintett g-Moll, Valse triste op. 44, Souvenir op. 99/3, Novelle op. 94/2 u. a.

Annika Treutler (Klavier), Aris Quartett
Decurio

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