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Rezension Anders Miolin – Visions

Lautenmeister der Neuzeit

Auf seinem Album „Visions“ spielt der Gitarrist Anders Miolin Eigenkompositionen auf der 12-saitigen Dodeka-Gitarre, einem von ihm konzipierten Spezialinstrument.

vonEcki Ramón Weber,

Die Lautenmeister der Renaissance und des Barock schrieben zumeist selbst die Stücke, die sie vortrugen. Genau das macht heute auch Anders Miolin. Auf seinem Album „Visions“ spielt der Gitarrist Eigenkompositionen auf der 12-saitigen Dodeka-Gitarre, ein von ihm konzipiertes Spezialinstrument. Es ist so klangstark wie resonanzreich und vor allem in den Farben sehr wandlungsfähig. Das demonstriert Miolin virtuos in seinen stimmungsvollen, zuweilen kontemplativen Stücken. Sie bewegen sich zwischen duftig und düster, kristallklar und nebelig, bringen perlende Tonkaskaden, Klangfelder, zersplitterte Fakturen. Zudem wird mit der Harmonik experimentiert, von Dur-Moll-Akkorden über Bitonalität bis zu Ganztonleitern. Es gibt mitunter Anklänge an Tanzrhythmen und an Stücke von Falla, Ravel, Schostakowitsch und Gershwin. Auch hier ist Anders Miolin in bester Gesellschaft, haben doch schon die alten Lautenmeister in ihren Fantasias, Ricercari und Diferencias Elemente aus anderen Stücken kunstvoll weiterverarbeitet.

Anders Miolin
Anders Miolin

Visions
Werke von Anders Miolin

Anders Miolin (Dodeka-Gitarre)
Prima Classic

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