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Porträt Eleonora Buratto

Wie Kirschblütenblätter

Eleonora Buratto gehört zu jenen seltenen Stimmen, die schon mit einem einzigen Ton das Tor zu einer verborgenen Welt öffnen.

vonPatrick Erb,

Wer in Salzburg debütiert, dem ist eine blühende Karriere vorgezeichnet. Im Falle von Eleonora Buratto scheint sich dieser Mythos tatsächlich erfüllt zu haben. 1982 in Mantua geboren, erhielt die Sopranistin ihre Ausbildung am Konservatorium Lucio Campiani ihrer Heimatstadt, später bei Paola Leolini und Luciano Pavarotti. Bereits 2009 folgte ohne große Umwege das Debüt als Creusa in Niccolò Jommellis „Demofoonte“ – diese unscheinbare Rolle war der Auftakt zu einer internationalen Laufbahn, die sie seither an die Mailänder Scala, das Teatro La Fenice in Venedig, an die Staatsopern von Wien, München und Berlin und schließlich an die Metropolitan Opera in New York führte. Schon damals stand ihr Riccardo Muti zur Seite, der nach wie vor zu den prägenden künstlerischen Partnern und Vorbildern zählt.

Elegischer Ausdruck im Blut

Ob als Elettra in Mozarts „Idomeneo“, als Elisabetta in Donizettis „Roberto Devereux“ oder als Leonora in Verdis „Il trovatore“: Einen festen künstlerischen Schwerpunkt braucht Eleonora Buratto nicht. Ihre Paraderolle ist das Elegische. Mit natürlicher Selbstverständlichkeit bewegt sie sich zwischen Wiener Klassik, Belcanto und musikalischem Realismus. Wenn es jedoch etwas wie eine innere Heimat in ihrem Repertoire gibt, einen Ort, wo Burattos Timbre seine unverwechselbare Signatur entfaltet, dann bei Puccini.

Gerade in den großen veristischen Divenrollen scheint Buratto zur Vollendung zu gelangen: als Tosca, mehr noch aber als Cio-Cio-San in „Madama Butterfly“. Ihre jüngste Verkörperung der Titelrolle bei den Osterfestspielen Baden-Baden, an der Seite von Jonathan Tetelman, geriet zu einer nahezu unanfechtbaren Sternstunde dessen, was in Fragen der vokalen Reinheit, der seelischen Emphase und der ästhetischen Wahrhaftigkeit möglich ist. Sie brachte ihr nicht nur hymnische Kritiken ein, sondern im Magazin Opernwelt auch den Titel „Sängerin des Jahres“ – als erste Italienerin überhaupt.

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Ein aufblühendes Repertoire

Von der künstlerischen Symbiose zwischen Buratto und Tetelman zeugt auch eine neue Einspielung für die Deutsche Grammophon: Puccinis „Tosca“, gemeinsam mit dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Daniel Harding – das zweite Album, nach einer umfangreichen Kostprobe ihres Belcanto-Realismo-Repertoires mit Werken von Bellini, Donizetti und Verdi.

Zunehmend rückt nun auch das geistliche Fach in den Fokus der Sängerin. In einer großen europaweiten Tournee nimmt Buratto mit Daniele Gatti und der Staatskapelle Dresden Verdis „Requiem“ in den Blick. Ein Werk, das ihrer auf inneren Ausdruck geschulten Stimme weitere, bislang kaum geahnte, vielleicht noch expressivere Blüten entlockt.

Album Cover für Indomita

Indomita

Werke von Bellini, Donizetti & Verdi
Eleonora Buratto (Sopran), Sesto Quatrini (Leitung)
Pentatone

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