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Albrecht Mayer und das Bruckner Orchester Linz mit Strauss

Späte Verbeugung vor der Oboe

Am Ende seines Lebens schuf Richard Strauss ein Oboenkonzert für kleines Orchester. Albrecht Mayer ist damit beim Bruckner Orchester Linz zu Gast.

vonBenjamin Elsholz,

Als Ende April 1945 amerikanische Truppen in Garmisch-Patenkirchen einmarschieren, tritt ihnen an der Tür einer imposanten Villa der Komponist des „Rosenkavaliers“ entgegen. Richard Strauss nutzt sein internationales Renommee, um sich und sein Heim zu schützen. Mit Erfolg: Die von ihm als „verbrecherische Soldateska“ gefürchteten GIs verzichten auf eine Konfiszierung des Anwesens und entpuppen sich sogar als feinsinnige Musiker. Unter ihnen ist der spätere Solo-Oboist des Philadelphia Orchestra, John de Lancie. Voller Begeisterung fragt er, ob Strauss je die Komposition eines Solokonzerts für sein Instrument erwogen habe. Brüsk weist der Grandseigneur den jungen Offizier ab – nur um im gleichen Sommer ein Oboenkonzert mit kleiner Orchesterbesetzung zu schreiben. An den Solisten stellt dieses Werk, in dem der 80-jährige Komponist musikalisch auf sein Lebenswerk zurückblickt, höchste Anforderungen: Laut Albrecht Mayer, der den Solopart in Linz übernimmt, gehören die ersten Seiten des Stücks zum „Schwierigsten und Anstrengendsten“ des Repertoires – weil über eine lange Strecke Atempausen fehlen. Viel Kraft braucht auch der Solo-Trompeter am Beginn von Strauss’ Tondichtung „Also sprach Zarathustra“, deren einleitende Naturton-Fanfare seit Jahrzehnten auch in der Popkultur berühmt ist. Das Werk auf Basis von Nietzsches gleichnamiger Schrift feiert die Befreiung des Menschen aus jeglichen Zwängen. Axel Kober führt durch das spätromantische Programm, das mit Wagners „Tannhäuser“-Ouvertüre eröffnet wird.

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