Gäbe es Georg Friedrich Händels „Giulio Cesare“ nicht, müsste man ihn erfinden: Als Triumphator des römischen Bürgerkriegs folgt Cesare seinem geschlagenen Widersacher Pompeo bis nach Ägypten. Dort glaubt König Tolomeo, sich Roms Wohlwollen zu erkaufen, indem er seinem Gast das abgeschlagene Haupt des Rivalen darbietet – ein grausiges Geschenk, das weniger Dank als moralische Empörung hervorruft. Während Cleopatra, Tolomeos Schwester, gleichermaßen von aufrichtiger Zuneigung wie von machtbewusstem Ehrgeiz bewegt wird und zwischen Maskenspiel und Offenbarung um Cesares Herz wie um die Krone Ägyptens wirbt, schwört Sesto, der Sohn des ermordeten Pompeo, auf Vergeltung. So entfaltet sich ein Geflecht aus strategischer Berechnung, flammender Leidenschaft und existenzieller Prüfung.
Händel verwendet in seinem Werk musikalische Mittel und Klangfarben in einer expressiven Dichte, wie sie sonst nur selten in seinem Œuvre vorkommt. In Koproduktion mit der Opéra de Monte-Carlo eröffnet die Oper Zürich ihr Barockfestival mit Händels beliebtester Oper – einzigartig besetzt mit Carlo Vistoli als Giulio Cesare und Cecilia Bartoli in ihrer Paraderolle als Cleopatra. Darüber hinaus sind mit Max Emanuel Cencic (Tolomeo), Anne Sofie von Otter (Cornelia) und Kangmin Justin Kim (Sesto) alle Rollen mit weltbekannten Sängern besetzt. Regie führt Davide Livermore.




