Giftmischerin, Ehebrecherin und Blutschänderin. Zahlreiche, teils zu Unrecht erhobene Behauptungen umranken das Bild der Lucrezia Borgia, die einer der schillerndsten, von Machtgier und Korruption durchzogenen Familien der Renaissance entstammte. Ihr Bruder Cesare galt als Tyrann – Niccolò Machiavelli, Theoretiker des Machterhalts, beschrieb dessen Schreckensherrschaft als vorbildlich –, während ihr Vater Rodrigo durch Ämterkauf und Absprachen als Alexander VI. die Papstkrone erlangte. In Victor Hugos Schauspiel „Lucrèce Borgia“ wird die eigentlich liebevolle Mutter gar zur unfreiwilligen Mörderin ihres Sohnes. Donizetti nimmt diese vielschichtige Persönlichkeit als Vorlage für seine gleichnamige Oper, eines der gelungensten Werke seiner schauerromantischen Phase, reich an prachtvollem Belcanto. Psychologisch ambivalent treffen in „Lucrezia Borgia“ rauschhafte Feststimmung und Vergnügungssucht auf die verzweifelte Schwermut der Protagonistin. Am Nationaltheater Mannheim beleuchtet Regisseurin Rahel Thiel die Geschichte der Lucrezia, die sich dem Fluch ihres Namens zu widersetzen sucht.
Donizetti: Lucrezia Borgia
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