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CD-REZENSION HANS SOMMER

Wagner-Epigone

Vor vier Jahren überraschte angenehm eine CD mit Klavierliedern des Braunschweiger Mathematikers und Physikers Hans Sommer (1837-1922). Doch bei den jetzt vorgelegten Orchesterliedern macht sich Ernüchterung breit. „Sapphos Gesänge“ schlurfen zu tief in den von Wagner gezogenen Spurrillen. Dafür lobten ihn natürlich Liszt und Strauss übermäßig, aber ohne diese Abhängigkeit hätte er sicher ein stärkeres…

vonVolker Tarnow,

Vor vier Jahren überraschte angenehm eine CD mit Klavierliedern des Braunschweiger Mathematikers und Physikers Hans Sommer (1837-1922). Doch bei den jetzt vorgelegten Orchesterliedern macht sich Ernüchterung breit. „Sapphos Gesänge“ schlurfen zu tief in den von Wagner gezogenen Spurrillen. Dafür lobten ihn natürlich Liszt und Strauss übermäßig, aber ohne diese Abhängigkeit hätte er sicher ein stärkeres Profil entwickelt. Als er sich im Alter mit den Goethe-Liedern von Wagner befreien wollte, blieb ihm nur die Flucht ins Rhetorische. Sommer leistete einen wichtigen Beitrag zur Kultivierung des Orchesterliedes schlechthin – ob das zu einem Repertoireplätzchen reicht? Falls ja, hat er es der Mezzosopranistin Elisabeth Kulman mit ihrem warmen Timbre und einer vorbildlich klaren Diktion zu danken.

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