Startseite » Rezensionen » Seelischer Ausnahmezustand

Rezension Trio Wanderer – Rachmaninow: Klaviertrios

Seelischer Ausnahmezustand

Das Trio Wanderer bringt die emotionalen Wechselbäder dieser Musik mit einer nachhaltigen Dringlichkeit zum Ausdruck.

vonFrank Armbruster,

„À la memoire d’un grande artiste“ schrieb Rachmaninow über sein zweites Klaviertrio d-Moll op. 9, das er dem 1893 völlig überraschend gestorbenen Tschaikowsky gewidmet hat. Noch an dessen Todestag hatte der 20-Jährige mit der Komposition des Trios begonnen, in einem – wie er später bekannte – seelischen Ausnahmezustand, der in der hoch emotionalen Gestimmheit des 45-minütigen, dreisätzigen Riesenwerks seinen Niederschlag gefunden hat. Von abgrundtiefer Trauer bis zu bohrender Verzweiflung, durchbrochen von Inseln des Glücks reicht das Spektrum dieser Musik, und das französische Trio Wanderer bringt die emotionalen Wechselbäder dieser Musik mit einer Dringlichkeit zum Ausdruck, die einen beim Hören nachhaltig in den Bann schlägt. Rachmaninows Trio Nr. 1, Edvard Griegs „Andante con moto“ und Josef Suks „Elegie“ op. 23, ebenfalls mit Herzblut gespielt, führen zurück in moderatere Gefühlssphären.

Trio Wanderer

Rachmaninow: Klaviertrios Nr. 1 & 2
Suk: Elegie op. 23
Grieg: Andante con moto EG 116

Trio Wanderer
deutsche harmonia mundi

Auch interessant

Rezensionen

Termine

Aktuelle Rezensionen

  • „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“
    Interview Joshua Bell

    „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“

    Seit 2011 leitet Joshua Bell die Academy of St Martin in the Fields. Sein Violinspiel liegt in zahlreichen Aufnahmen vor – und in 20 000 digitalen Samples.

Klassik in Ihrer Stadt

Anzeige

Audio der Woche

Gabriel Meyer präsentiert „Before I Knew“

Der Zürcher Pianist Gabriel Meyer veröffentlichte am 19. Dezember 2025 seine zweite Single „Before I Knew“. Das Stück setzt den mit dem Debüt begonnenen Weg fort und ist Teil des Albums „Remember“, das im Mai 2026 erscheint.

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!