Startseite » Rezensionen » Zwischen Extremen

Rezension Tetzlaff Quartett – Beethoven

Zwischen Extremen

Hier versuchen vier Musiker, der Beethovenschen Musik alles abzugewinnen. Mal furchtsam zurückhaltend, mal schonungslos – so entsteht eine Aufnahme zwischen Extremen.

vonChristian Lahneck,

Es gibt Produktionen, bei denen es die Aufnahmetechnik vielleicht zu gut meint. So wie in diesem Fall. Das Tetzlaff Quartett widmet sich dem späten Beethoven mit der Trias von op. 130, 132 und Großer Fuge op. 133. Man hat den Eindruck, die Mikrofone kröchen in den jeweiligen Korpus der Instrumente hinein. Das wirkt rau und stellenweise fast beißend und gellend. Abgeschwächt, mag sich darin auch der Ansatz der vier Musiker spiegeln, die Beethoven alles abgewinnen wollen – fast zu viel. Was diese Aufnahme wie ein roter Faden durchzieht, ist der Versuch, diese Musik in all ihren Kontrasten einzufangen: schlicht und dicht, schlank und füllig, sanft und emotionsgeladen. Mal fast furchtsam zurückhaltend, mal schonungslos – so entsteht eine Aufnahme zwischen Extremen, dem die Aufnahmetechnik nach Kräften Vorschub leistet. Eine CD, die verwundert, verstört, aber auch den Atem anhalten lässt.

Tetzlaff Quartett © Alexandra Vosding
Tetzlaff Quartett © Alexandra Vosding

Beethoven: Streichquartette op. 132 & 130/133

Tetzlaff Quartett
Ondine

Auch interessant

Rezensionen

Termine

Aktuelle Rezensionen

  • „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“
    Interview Joshua Bell

    „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“

    Seit 2011 leitet Joshua Bell die Academy of St Martin in the Fields. Sein Violinspiel liegt in zahlreichen Aufnahmen vor – und in 20 000 digitalen Samples.

Klassik in Ihrer Stadt

Anzeige

Audio der Woche

Gabriel Meyer präsentiert „Before I Knew“

Der Zürcher Pianist Gabriel Meyer veröffentlichte am 19. Dezember 2025 seine zweite Single „Before I Knew“. Das Stück setzt den mit dem Debüt begonnenen Weg fort und ist Teil des Albums „Remember“, das im Mai 2026 erscheint.

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!