Wen die Frage interessiert, warum es in Deutschland mit der spätromantischen Sinfonie so rapide bergab ging, der sollte sich August Klughardts fünfsätzige Fünfte (1897) anhören. Dem zutiefst epigonalen Werk des Dessauer Hofkapellmeisters gelingt es trotz gelehrter Künste und gekonnter Instrumentation nur selten, ein wirkliches Drama zu erzählen. Der Kopfsatz tritt energisch auf der Stelle, die drei Binnensätze sind denkbar trivial, allein das Finale vermag mitzureißen durch seinen wuchtigen Schwung. Es werden beachtliche Kräfte entfesselt, und das Dessauer Orchester versteht sie auch plastisch zu bündeln, aber es ist und bleibt ein akademischer Kampf gegen Windmühlen. Volkmann, Bruch, Raff und Draeseke, ja selbst Goldmark hatten noch Eigenes zu sagen; Klughardts Fünfte aber ist bloß als Erschöpfungssympton von Belang. Seine Stärke war die Kammermusik.
Gegen Windmühlen
Unter der Leitung von Antony Hermus spielt die Anhaltische Philharmonie die Sinfonie Nr. 5 & Ouvertüren von August Klughardt
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„Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“
Seit 2011 leitet Joshua Bell die Academy of St Martin in the Fields. Sein Violinspiel liegt in zahlreichen Aufnahmen vor – und in 20 000 digitalen Samples.
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