Startseite » Rezensionen » Leben an sich

REZENSION DEUTSCHE KAMMERAKADEMIE NEUSS

Leben an sich

Diese Aufnahme der Deutschen Kammerakademie Neuss beweist, wie lohnend Heinrich Kaminskis Musik ist.

vonPeter Krause,

Ist ihm seine Ästhetik des Zeitlosen zum Verhängnis geworden? Einst wurde Heinrich Kaminskis Musik gar von Wilhelm Furtwängler und Bruno Walter aufgeführt, bis heute warten seine Anhänger auf die Wiederentdeckung des 1886 im Schwarzwald geborenen Komponisten. Diese Aufnahme beweist, wie lohnend sie wäre. Seine Musik findet ihre Kraftquellen im melodischen Strömen, ihr organisches Werden und Wachsen zwischen Besinnung und Ekstase belegt Kaminskis Selbstverständnis. Musik stelle nichts dar: „Sie ist Leben an sich.“ In ihrer dichten Polyphonie und ihrem geruhsamen Fließen glaubt man die Linien und Formen seines Malerfreundes Franz Marc hörend zu sehen. Den Farbenreichtum der Partitur bringt die Kammerakademie Neuss exquisit, intonationsrein und ausdrucksstark zum Klingen. Kaminskis expressiver Klassizismus birgt nur wenige Modernismen, die indes von subtilem Reiz sind. Kommt seine Zeit?

Kaminski: Werk für Streichorchester
Orchesterversion des Streichquintetts fis-Moll, arr. Reinhard Schwarz-Schilling

Deutsche Kammerakademie Neuss, Lavard Skou Larsen (Leitung)
cpo

Auch interessant

Rezensionen

Termine

Aktuelle Rezensionen

  • „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“
    Interview Joshua Bell

    „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“

    Seit 2011 leitet Joshua Bell die Academy of St Martin in the Fields. Sein Violinspiel liegt in zahlreichen Aufnahmen vor – und in 20 000 digitalen Samples.

Klassik in Ihrer Stadt

Anzeige

Audio der Woche

Gabriel Meyer präsentiert „Before I Knew“

Der Zürcher Pianist Gabriel Meyer veröffentlichte am 19. Dezember 2025 seine zweite Single „Before I Knew“. Das Stück setzt den mit dem Debüt begonnenen Weg fort und ist Teil des Albums „Remember“, das im Mai 2026 erscheint.

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!