Stefanie Sprengnagel, geboren 1986 in Wien, ist unter ihrem Künstlernamen Stefanie Sargnagel bekannt geworden für ihre Texte, die sich formal wie inhaltlich gegen alles Gewohnte und Tradierte auflehnen. So schreibt sie gerne auf dem Smartphone, veröffentlicht auch auf Facebook oder Twitter, wählt eine rüde, drastische Sprache, die man früher wohl als „Gossensprache“ bezeichnet hätte, und scheut vor wirklich keiner Peinlichkeit oder Unappetitlichkeit zurück. Sargnagel arbeitet häufiger für die Bühne, schreibt für Zeitungen und hat mit „Opernball“ nun ihr achtes Buch veröffentlicht.
Dass „Zu Besuch bei der Hautevolee“, wie der Untertitel lautet, sich bis ganz hinab in die Untiefen dieser in Österreich mit einem Kultstatus behafteten Veranstaltung begibt, ist in Sargnagels Fall natürlich klar. Und das ist auch wortwörtlich zu verstehen, denn sie demaskiert nicht nur die Reichen und Schönen sowie diejenigen, die wenigstens für diesen einen Abend als reich und schön glänzen möchten, sondern sie steigt auch in die Untergeschosse der Wiener Staatsoper: Während oben in den Foyers und Logen abstruse Preise für Würstl oder Spritzer aufgerufen werden, vom Champagner ganz zu schweigen, kann man es sich in der Mitarbeiterkantine für wenig Geld schmecken lassen – und noch tiefer im Keller gibt es Koks gratis. Die rund 70 Seiten Text wirken wie eine Zeitungsreportage, die mit reichlich dichterischer Freiheit angereichert zu einem Buch oder eher Büchlein wurde. Die Lektüre ist somit ein eher kurzes Vergnügen, dessen Inhalt zudem weitestgehend erwartbar ist.

Opernball. Zu Besuch bei der Hautevolee
Stefanie Sargnagel
Rowohlt, 80 Seiten
18 Euro






