Der moderne Großmeister der Stille, György Kurtág, wird 100 Jahre alt. Mit einem Festkonzert im Budapester Palast der Künste (Müpa) ehren am heutigen Donnerstag herausragende Künstler den ungarischen Komponisten. Pianist Víkingur Ólafsson, seit Jahren eng mit Kurtág verbunden, führt durch ein Programm, das Kurtágs Musik in ihren schillernden Facetten vom intimen Fragment bis zum monumentalen Orchesterwerk aufleuchten lässt.
Poetische Fantasiewelten und monumentale Klangarchitekturen
Ausgangspunkt ist die Bearbeitung des Adagios aus Joseph Haydns Streichquartett op. 76/1, in der sich Klassik und Gegenwart in einem Akt der Erinnerung überlagern. In der „Hommage à R. Sch.“ verneigt sich Kurtág indes vor Robert Schumann und dessen poetischen Fantasiewelten und überträgt bekannte Charaktere wie Florestan und Eusebius in seine eigene konzentrierte Tonsprache. In der folgenden „… quasi una fantasia…“ wiederum wird der Raum selbst zum musikalischen Parameter: Einzelne Instrumentalgruppen sind im Konzertsaal verteilt und sorgen so für eine ganz neue Klangwahrnehmung im Publikum.
Der Abend kulminiert schließlich im dreisätzigen Orchesterwerk „Stele“, dessen monumentale Klangarchitektur Trauer, Erinnerung und Transzendenz miteinander verschränkt. Das 1994 von den Berliner Philharmonikern unter Claudio Abbado uraufgeführte Stück zählt zu den bedeutendsten sinfonischen Beiträgen Kurtágs. In Budapest ninnmt sich ihm das von Markus Stenz geleitete Danubia Orchestra an.
Stage+, die Streaming-Plattform der Deutschen Grammophon, überträgt das Festkonzert heute Abend live ab 19:30 Uhr.
concerti-Tipp:
Kurtág 100 – Geburtstagskonzert mit Víkingur Ólafsson
Víkingur Ólafsson (Klavier), Csaba Klenyán (Klarinette), Máté Szűcs (Viola), Pablo Márquez (Gitarre), Danubia Orchestra, Markus Stenz (Leitung)
Do. 19.2.2026, 19:30 Uhr
Live auf Stage+




