Im vergangenen Jahr verneigte sich die Musikwelt vor Dmitri Schostakowitsch anlässlich dessen fünfzigsten Todestages. Ein besonderes Statement setzte beim Verbier Festival die Grande Dame des Klaviers, Martha Argerich, als sie gemeinsam mit Mischa Maisky, Antoine Tamestit, Evgeny Kissin und dem Quatuor Ébène einen ebenso abwechslungsreichen wie künstlerisch bedeutenden Abriss durch das kammermusikalische Œuvre des russischen Tonpoeten präsentierte. Vier Werke aus allen Schaffensperioden Schostakowitschs standen im Salle des Combins auf dem Programm.
Den Auftakt gaben Mischa Maisky und Evgeny Kissin mit der Cellosonate d-Moll op. 40, die in ihrer Komplexität an die Sinfonien erinnert. Impressionistische Klangflächen finden sich hier ebenso wie herrliche Kantilenen, wuchtige Akkorde und die Schostakowitsch-typische Doppelbödigkeit. Bedrohliches und romantisch überschwängliches gehen indes im Klavierquintett g-Moll op. 57 Hand in Hand, das Kissin gemeinsam mit dem Quatuor Ébène spielte. Argerich selbst gab sich im neoromantisch und melodisch einprägsamen Concertino g-Moll op. 94 die Ehre an der Seite Kissins. In der Violasonate op. 147, die der bereits von Krankheit gezeichnete Schostakowitsch nur wenige Monate vor seinem Tod im Spätsommer 1975 vollendet hatte, fand der Abend einen gleichsam emotionalen Abschluss.
Stage+, die Streaming-Plattform der Deutschen Grammophon, zeigt eine Aufzeichnung des Konzerts heute Abend ab 20:00 Uhr.
concerti-Tipp:
Kissin, Argerich, Maisky & Friends spielen Schostakowitsch
Sa. 10.1.2026, 20:00 Uhr
Stream auf Stage+





