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Kammermusikelite am See

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Vevey Spring Classic 2026

Zwischen See, Stadt und Klang entfaltet das Vevey Spring Classic 2026 eine konzentrierte Festivalwoche voller musikalischer Begegnungen. Internationale Künstlerpersönlichkeiten, junge Talente und besondere Spielorte verbinden sich zu einem Frühjahrserlebnis an der Schweizer Riviera.

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Wenn im Frühling die ersten warmen Abende an den Ufern des Genfersees Einzug halten, entfaltet die Schweizer Riviera eine besondere Mischung aus Leichtigkeit, landschaftlichem Understatement und kultureller Konzentration. In genau diesem Spannungsfeld verortet sich das Festival Vevey Spring Classic, das vom 6. bis 12. Mai 2026 bereits zum fünften Mal internationale Spitzenkunst mit gezielter Nachwuchsförderung in einer konzentrierten Festivalwoche zusammenführt. Das Programm spannt den Bogen von Solodarbietungen über Kammermusik bis hin zu Orchesterwerken: Abendkonzerte, Familienprogramme, Matineen, öffentliche Meisterklassen und vielfältige künstlerische Begegnungen prägen dieses besondere Künstlerrefugium östlich von Lausanne – getragen von der Idee, klassische Musik als lebendigen Austausch zwischen Generationen und Persönlichkeiten erfahrbar zu machen.

Die Begegnung auf Augenhöhe

Gegründet wurde das Festival von dem Cellisten Daniel Müller-Schott gemeinsam mit dem Dirigenten Wilson Hermanto. Ihr Anliegen: einen Ort zu schaffen, an dem etablierte Künstlerinnen und Künstler nicht nur auftreten, sondern ihr Wissen weitergeben und junge Talente auf Augenhöhe einbinden. Diese Haltung prägt auch die Wahl der entlegenen waadtländischen Idylle und seiner Spielstätten. Der im Stil des Historismus erstrahlende Salle del Castillo bildet das Herz des Festivals, während das Musée Jenisch mit seinen Mittagskonzerten einen Dialog zwischen Musik und bildender Kunst eröffnet. Für größere Formationen bietet das Théâtre Le Reflet im Stadtzentrum einen zeitgemäßen Rahmen.

Die Gastgeber: Cellist Daniel Müller-Schott und Wilson Hermanto
Die Gastgeber: Cellist Daniel Müller-Schott und Wilson Hermanto

Tradition und weit darüber hinaus

Im Zentrum des Programms stehen drei großartige wie individuelle Musiker, die das künstlerische Profil des Festivals maßgeblich prägen. Als Gründer und künstlerischer Motor ist Daniel Müller-Schott nicht nur organisatorisch präsent, sondern auch als interpretierende Persönlichkeit. Seine Auftritte verbinden kammermusikalische Präzision mit einem weiten stilistischen Horizont und schlagen programmatisch die Brücke zwischen traditionellem Repertoire und progressiver Experimentierfreude. Müller-Schott steht dabei exemplarisch für den Festivalgedanken: musikalische Exzellenz im Dialog, nicht im Elfenbeinturm. In den zahlreichen Konzerten räumt Schott dem Nachwuchs bewusst den Vortritt ein und bleibt doch stets eine tragende künstlerische Säule des Festivals. Ein Höhepunkt ist das Konzert am 7. Mai in der Salle del Castillo, bei dem Daniel Müller-Schott den Cellopart in Ludwig van Beethovens Sonaten op. 102 übernimmt. Es folgen ein Abend mit Johannes Brahms’ Klaviertrio Nr. 1 B-Dur am 8. Mai sowie am 9. Mai der Cellopart in Olivier Messiaens Ausnahmewerk „Quatuor pour la fin du temps“.

Mit der Geigerin Veronika Eberle gastiert in Vevey eine geschätzte Freundin des Festivals und eine Künstlerin, die es stets neu zu entdecken gilt. Ihre Programme überzeugen durch kluge Dramaturgie und eine klare, unprätentiöse Musikalität, die im solistischen wie im kammermusikalischen Kontext gleichermaßen trägt. Exemplarisch dafür steht ihre Hommage an Oskar Kokoschka am 8. Mai, bei der Eberle in Wolfgang Amadeus Mozarts beliebter Sinfonia concertante KV 364 zu erleben ist, eingebettet in Beiträge weiterer Festivalgäste. Zudem wirkt sie beim Jubiläumskonzert zur fünften Ausgabe mit, wo sie gemeinsam mit Künstlerkollegen Tschaikowskys beliebtes „Souvenir de Florence“ interpretiert – ein lebendiges Werk, das von einer glücklichen und erholsamen Zeit am Genfersee kündet. Eberles Präsenz unterstreicht den internationalen und zugleich gediegenen Anspruch des Festivals.

Veronika Eberle zählt längst zu den versiertesten kammermusikalischen Gestalterinnen ihrer Generation
Veronika Eberle zählt längst zu den versiertesten kammermusikalischen Gestalterinnen ihrer Generation
Festivalgast der ersten Stunde… und auch für das fünfjährige Jubiläum bei Vevey Spring Classic zu erleben: Pianist Francesco Piemontesi
Festivalgast der ersten Stunde… und auch für das fünfjährige Jubiläum bei Vevey Spring Classic zu erleben: Pianist Francesco Piemontesi

Fünfjähriges Jubiläum mit Landschaftsimpressionen

Der Pianist Francesco Piemontesi komplettiert das Trio der Fokuskünstler. Piemontesi, bekannt für seine stilistische Vielseitigkeit und sein sensibles Klangempfinden, bringt eine ausgeprägte kammermusikalische Haltung mit nach Vevey. Seine Auftritte fügen sich nahtlos in das Festivalverständnis ein, das nicht auf solistische Selbstdarstellung, sondern auf gemeinsames Musizieren setzt – deutlich zu erleben im Jubiläumskonzert, in dem Piemontesi gemeinsam mit den anderen Künstlern mitunter auf Liszts „Années de pèlerinage“ blickt, in denen sich der Komponist impressionsreich mit zentralen Orten und Landschaften der Schweiz auseinandersetzt. Zudem ist Piemontesi beim Konzert „Hommage à Kokoschka“ als Pianist in Johannes Brahms’ Klaviertrio zu erleben.

Fokus: Nachwuchsförderung

Eine besondere Rolle spielen zudem die Ensembles aus dem Umfeld der Mailänder Scala. Sowohl die Cameristi della Scala als auch das Orchestra dell’Accademia Teatro alla Scala stehen für eine traditionsreiche Ausbildungskultur, die Italiens höchste handwerkliche Standards garantieren. In Vevey sind sie nicht nur als Klangkörper präsent, sondern als aktive Partner im künstlerischen Austausch. Diese Qualität können die Cameristi della Scala unter der Leitung von Festival-Ko-Leiter Wilson Hermanto beim Abschlusskonzert am 12. Mai gemeinsam mit dem Pianisten Cristian Budu unter Beweis stellen. Der gebürtige Brasilianer mit rumänischen Wurzeln wurde 2013 mit dem renommierten Clara-Haskil-Wettbewerb ausgezeichnet – einer Auszeichnung, die zuvor bereits Künstler wie Christoph Eschenbach oder Martin Helmchen erhielten.

Konsequent verfolgt das Festival schließlich auch seine Nachwuchsarbeit. Vier junge Künstlerinnen und Künstler erhalten in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit: der Geiger Elias David Moncado, der Bratschist Hiroki Kasai, der Cellist Benjamin Kruithof sowie die Pianistin Magdalene Ho. Sie treten nicht im Schatten der etablierten Namen auf, sondern als eigenständige künstlerische Stimmen. Nachwuchsförderung wird hier nicht als Randprogramm verstanden, sondern als integraler Bestandteil des Festivalprofils.

Klassik eingebettet in ein vielseitiges kulturelles Angebot

Abseits der Konzertsäle lädt Vevey zu Entdeckungen ein: von den Museen Chaplin’s World – der Stummfilmkomiker ließ sich später in Vevey nieder – und dem Alimentarium bis zu den Weinbergen von Lavaux und dem nahegelegenen Château de Chillon. Natur, Kulinarik und Kultur verschränken sich hier auf engstem Raum – ideale Voraussetzungen für ein Festival, das musikalische Intensität mit Offenheit und Entdeckerfreude verbindet.

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