Wer Halle an der Saale betritt, der hört sie sofort: die unverwechselbare Melodie einer Stadt, die ihre Geschichte nicht nur in Steinen, sondern vor allem in Klängen erzählt. Halle ist ein Ort, an dem sich barocke Opulenz und moderne Avantgarde mit Handschlag begrüßen. Es ist eine Stadt, die ihre Besucher mit einem herzlichen „Halle-Lujah“ begrüßt und sie einlädt, Teil eines ganzjährigen, urbanen Orchesters zu werden.
Der Herzschlag aus Bronze: Das Stadt-Carillon
Das akustische Wahrzeichen der Stadt schlägt im Roten Turm auf dem Marktplatz. Hier beherbergt Halle das größte Glockenspiel Europas. Es ist ein Erlebnis der besonderen Art, wenn diesem historischen Turm nicht nur die geistlichen Klänge der Händel-Zeit entlockt werden, sondern auch moderne Klassiker der Pop- und Rockmusik über die Dächer der Altstadt schallen. Jedes neugeborene Kind der Stadt wird mit einem eigenen, feierlichen Glockenschlag im Leben willkommen geheißen.

Ein Fest für die Sinne: Von Händel bis Jazz
Halle ist untrennbar mit seinem größten Sohn verbunden: Georg Friedrich Händel. Ihm zu Ehren laden die Händel-Festspiele seit über 100 Jahren Stars der Alten Musik-Szene und Musikliebhaber aus aller Welt ein. In den authentischen Spielstätten, vom historischen Opernhaus bis hin zu den Kirchen, in denen Händel selbst die Orgel schlug, erwacht der Glanz des 18. Jahrhunderts zu neuem Leben. Doch Halle ruht sich nicht auf seiner Tradition aus; die Stadt ist ein lebendiges Laboratorium der Töne.
Die Staatskapelle Halle bildet das Rückgrat des städtischen Musiklebens. Mit einem beeindruckenden sinfonischen Repertoire, das fünf Jahrhunderte umspannt, begeistert sie in der Oper ebenso wie im Konzertsaal. Wer den Blick – und das Ohr – nach vorne richten möchte, findet beim Festival KlangART Vision ein Zuhause. Hier verschmelzen zeitgenössische Kompositionen mit anderen Kunstformen zu einem multimedialen Erlebnis.
Ein besonderes Highlight im Festivalkalender ist das Festival Women in Jazz. Es widmet sich der „Magie des Weiblichen“ dieser freiheitsliebenden Gattungen und bringt jedes Jahr internationale Virtuosinnen nach Halle. Ob in gemütlichen Clubs oder auf großen Open-Air-Bühnen – hier wird gegroovt, improvisiert und die Kreativität gefeiert. Halle zeigt sich hier als moderne, weltoffene Metropole, die den Rhythmus der Zeit versteht.
Auch Pop-Musikgeschichte ist in Halle zu erleben. Auf drei Etagen lässt das größte Beatles-Museum weltweit die legendäre Band mit Kuriositäten und Raritäten lebendig werden.

Zwischen Himmelsscheibe und Residenzburg
Doch Halle bietet weit mehr als Musik. Die fast unzerstörte Altstadt ist ein begehbares Geschichtsbuch, das von über 1200 Jahren Stadtgeschichte erzählt. Ein absolutes Muss ist das Landesmuseum für Vorgeschichte. Dort ruht die magische Himmelsscheibe von Nebra, die als älteste konkrete Darstellung des Kosmos weltweit zum UNESCO-Welterbe gehört. Wer nach dem Blick auf die bronzezeitlichen Sterne noch tiefer in das Universum eintauchen möchte, findet im hochmodernen Planetarium Halle, untergebracht in einem ehemaligen Gasometer, eine der modernsten Sterneninseln Europas. Einzigartig sind auch die Franckeschen Stiftungen. Hier wartet die historische Wunderkammer mit rund 3000 Kuriositäten auf Entdecker. Für Kunstliebhaber öffnet das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) in der alten Residenzburg seine Pforten und präsentiert bedeutende Werke vom 12. bis zum 21. Jahrhundert.

Die grüne Seele und das salzig-süße Erbe
Die Lebensader der Stadt ist die Saale. Sie schlängelt sich malerisch durch das Stadtgebiet und schafft grüne Oasen wie die Peißnitzinsel oder das Rive-Ufer. Hier finden Hallenser und Gäste lauschige Plätzchen zum Verweilen und eine Naturkulisse, die mitten in der Stadt für Urlaubsgefühle sorgt.
Halles einstiger Wohlstand und Entstehung sind dem Salz zu verdanken, das von den Halloren, der Bruderschaft der Salzwirker, gefördert wurde. Diese Tradition lebt nicht nur im Technischen Halloren- und Salinemuseum weiter, sondern hat auch eine zuckersüße Entsprechung gefunden: Die Stadt verführt mit Schokolade aus der ältesten Schokoladenfabrik Deutschlands. Die berühmten Halloren Kugeln, in ihrer Form den Knöpfen der historischen Tracht der Salzwirker nachempfunden, sind das perfekte Souvenir.
Ob Opernhaus, Freilichtbühne, Planetarium oder die Ufer der Saale – das urbane Orchester Halles spielt das ganze Jahr über. Es ist eine Einladung an alle, die das Besondere suchen. Halle kann man mit allen Sinnen genießen.

Halle (Saale) ist als Geburtsstadt von Georg Friedrich Händel bekannt – doch bietet die Stadt fernab des festlichen Barocks mit den jährlich stattfindenden Händel-Festspielen viele weitere klangvolle Höhepunkte. Neues beim Festival KlangART Vision, Besonderes während der Tage von „Women in Jazz” oder Klassisches mit der Staatskapelle Halle erfüllt die Spielstätten in Sachsen-Anhalt. Über allem klingen die Glocken im Stadt-Carillon des Roten Turms.