Vom 13. Oktober bis zum 17. November 2026 wird die tschechische Stadt Brünn zu einem Fest für die Musik Leoš Janáčeks. Das Internationale Festival Janáček Brno feiert seine zehnte Ausgabe mit dem umfangreichsten Programm seiner Geschichte, inklusive der Aufführung aller seiner neun Opern. Das Festival, das einen der wichtigsten Komponisten des Landes würdigt, wurde erst kürzlich als „Bestes Festival“ bei den International Opera Awards 2025 ausgezeichnet.
Auf den authentischen Spuren des Meisters
Die Stadt Brno, auf Deutsch auch als Brünn bekannt, liegt im Südosten des Landes. Sie begeistert mit einer Mischung aus Geschichte, moderner Kultur und pulsierendem Leben. Prächtige Bauwerke im pittoresken Stadtkern, eine lebendige Gastronomie und grüne Parks machen die zweitgrößte Stadt Tschechiens zu einem idealen Ziel für Entdecker, Genießer und Neugierige. Brünn ist untrennbar mit dem Leben und Werk von Leoš Janáček verbunden. Die authentischen Spielstätten verleihen dem Festival eine besondere Atmosphäre. Hier kann man Janáčeks Musik an den Orten erleben, an denen er über 50 Jahre lebte und wirkte.
Geboren wurde Leoš Janáček im damals österreichischen Hukvaldy (Hochwald), das er bereits als Elfjähriger verließ, um im Augustinerstift in Alt-Brünn seine musikalische Laufbahn aufzunehmen. Neben seiner Tätigkeit als Komponist, Lehrer und Dirigent widmete er sich intensiv der Erforschung der tschechischen Sprache. Er sammelte Volkslieder und studierte Sprachmelodien ebenso aufmerksam wie die Klänge der Natur, was kreativ in seine Kompositionen einfloss.

Leoš Janáček hinterließ neben Sinfonik, Kammermusik und sakralen Werken vor allem Opern von internationaler Bedeutung, die das Musiktheater des 20. Jahrhunderts maßgeblich beeinflussten. Sein Bekenntnis zur Heimat verankerte die tschechische Sprachmelodie auf neuartige Weise im Musiktheater. In Brünn, wo der Nationalkomponist auf dem Zentralfriedhof begraben ist, hinterließ er eindrucksvolle Spuren seines musikalischen Schaffens, die das Publikum hautnah erleben darf. So öffnet das ehemalige Wohnhaus des Komponisten seine Pforten für Konzerte. Dort steht noch das Klavier, auf dem er einst komponierte. Das historische Mahen-Theater, das Schauplatz vieler Uraufführungen seiner Opern war, fungiert als Hauptspielstätte des Janáček-Festivals.
Janáčeks Gesamtwerk unter dem Motto „Wurzeln“
Die Jubiläumsausgabe steht unter dem Motto „Roots“ („Wurzeln“) und spiegelt die Verbindung von Janáčeks Musik zu den Volkstraditionen ebenso wider wie ihre Wurzeln in der Vokalmusik. Schon 2018 stellte sich das Festival der Herausforderung, das komplette Opern-Œuvre des Meisters innerhalb weniger Wochen zu präsentieren. Zum Jubiläum werden nun abermals alle neun Opern – von der frühen „Šárka“ bis hin zu seinen späten Meisterwerken – mit den eigenen Kräften des Národní divadlo Brno (Nationaltheater Brünn) sowie unter Mitwirkung erstklassiger Gastensembles aufgeführt. Dazu laden drei interessante Spielstätten ein. Die Aufführungen finden im historischen Mahen-Theater, im repräsentativen Nationaltheater und im modernen Janáček-Theater statt. Ergänzt wird das Programm durch Ausstellungen, thematische Stadtführungen und Veranstaltungen im öffentlichen Raum.

Für die Öffnung unkonventioneller Räume im gesamten Stadtgebiet ist das Festival Janáček Brno bekannt. So sind die Produktionen in den unterirdischen Wasserspeichern am Gelben Berg (Žlutý kopec), wo die kathedralenartige Akustik ideal zu Janáčeks Klängen passt, ein absoluter Geheimtipp für Liebhaber des besonderen Konzerterlebens. Zum ersten Mal wird die prächtige Aula des Rektorats der Technischen Universität ins Festivalgeschehen eingebunden. An noblen Konzertorten mangelt es Brno nicht. Im eleganten Vereinshaus Besední dům erklingt die ursprüngliche Konzertfassung von „Šárka“ aus dem Jahr 1888.
Auf höchstem Niveau
Brünn begrüßt anlässlich des Festivals die Elite der Klassikwelt. Die Tschechische Philharmonie gibt unter der Leitung von Vasily Petrenko ihr Festival-Debüt. Die Bamberger Symphoniker reisen mit ihrem Chefdirigenten Jakub Hrůša an, und die Inszenierung einer „Káťa Kabanová“ aus der Bayerischen Staatsoper kommt in die Stadt. Auf den Bühnen werden Stars wie Corinne Winters, Štefan Margita, Adam Plachetka, Kateřina Kněžíková, Bella Adamova und der Pianist Julius Drake zu erleben sein.

Mit zwei „Opern-Oscars“ wurde dem Festival im letzten Jahr bei den International Opera Awards die außergewöhnliche Qualität bestätigt:in den Kategorien „Bestes Festival“ und „Beste Neuproduktion“ für „Die Ausflüge des Herrn Brouček“ unter der Regie von Robert Carsen. Die Preise unterstreichen das hohe Niveau der Darbietungen ebenso wie die Innovationskraft und Authentizität des Festivals. Janáčeks Musik an den authentischen Orten ihres Entstehens zu erleben, macht das Festival zu einem außergewöhnlichen Kulturereignis – nicht nur für Opern-Fans.
Tauchen Sie ein in die Welt von Leoš Janáček – in der Stadt, in der seine Musik lebt.

