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Unendliche Weiten

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Interfinity Basel 2026

Das Festival Interfinity ergründet vom 7. bis 20.3. in Basel vielfältige musikalische Kosmen und lädt mit international renommierten Künstlern und Wissenschaftlern zur Gedankenreise ins Weltall ein.

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Liebhaber von Musik und Kunst finden in Basel vielzählige Möglichkeiten, das Bedürfnis nach Kultur zu stillen. Orte wie das Kunstmuseum, das Museum Tinguely und die Fondation Beyeler präsentieren Werke von weltweiter Bedeutung, und das 1824 eingeweihte und 2020 wieder eröffnete Stadtcasino zählt nicht zuletzt dank seiner hervorragend austarierten Akustik zu den ersten Adressen für internationale Interpreten und Zuschauer. An jenen Schnittstellen zwischen Musik, bildender Kunst und Wissenschaft steht mit Innovation und Neugierde das Festival Interfinity. Nach einer Sonderausgabe zum Themencluster Biodiversität, Stadtökologie und Zukunftsfragen richtet es nun den Blick in Richtung Weltall und über die Grenzen unseres Sonnensystems hinaus: „Kosmos und Exoplaneten“ lautet das Motto in diesem Jahr. Die musikalische Expedition führt in elf Veranstaltungen von der Renaissance bis zu Uraufführungen. Zugleich lädt das Festival dazu ein, Tonkunst an so unterschiedlichen Spielstätten wie im Restaurant, im Konzertsaal oder in einer Messehalle zu erleben.

Vor dem Aufbruch der Gedankenreise in die Weiten des Alls bietet es sich an, zunächst die eigenen Ursprünge ins Gedächtnis zu rufen. Im Eröffnungskonzert (7.3.) präsentieren der weltbekannte Blockflötist Maurice Steger und il Pomo d’Oro Werke alter Meister. Denn bereits Heinrich Schütz und Claudio Monteverdi übersetzten ihre Beobachtungen der Himmelsbewegungen in Musik, Georg Philipp Telemann verfasste eine „klingende Geografie“ und Emilio de’ Cavalieri griff das antike Konzept der Sphärenharmonie auf. Claude Nicollier, der erste und einzige Schweizer, der bisher den Weltraum besucht hat, rundet den Auftakt mit einer Festansprache und exklusiven Bildern aus dem All.

In „Exoplanets“ begibt sich der junge britische Komopnist Robert Laidlow auf Spurensuche tief im All
In „Exoplanets“ begibt sich der junge britische Komopnist Robert Laidlow auf Spurensuche tief im All

Monumentale Uraufführung

Mit der Uraufführung von Robert Laidlows „Exoplanets“ setzt das Musikfestival in diesem Jahr einen monumental dimensionierten Höhepunkt (19. & 20.3.). In der 141.000 Quadratmeter großen Messehalle 1, wo sonst die Kunstmesse Art Unlimited stattfindet, machen sich die Zuhörerinnen und Zuhörer gemeinsam mit dem Sinfonieorchester Basel unter der Leitung von Lin Lao musikalisch auf zu fernen Planeten, die ganz von Ozeanen bedeckt sind, auf denen kristalline Stürme wirbeln oder es Eisen regnet. Es gilt, die zauberhafte Schönheit des Universums zu entdecken. Lichtkünstler Nick Verstand sorgt visuell für die (außer-)galaktische Atmosphäre. Kurzweilig und wissenschaftlich fundiert steuert Moderator Henry Legg, Quantenphysiker an der Uni Basel, aktuelle Erkenntnisse aus dem Schweizerischen Forschungsschwerpunkt „NCCR PlanetS“ bei, der sich mit Exoplaneten, also Himmelskörpern außerhalb unseres Sonnensystems, beschäftigt.

Interfinitys hellsten Stern lassen indes die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker aufgehen, wenn sie nach 19-jähriger Abstinenz für ein Konzert ins Herz der Rheinstadt zurückkehren (9.3.). Im prachtvollen Musiksaal des Stadtcasino spannt das Spitzenensemble den Bogen von der hymnischen Romantik eines Julius Klengel, einst als Cellist und Förderer in ganz Europa gefeiert, über Glanzstücke vom Broadway und Highlights der Filmmusik bis zu Chansons und Tangos von Édith Piaf und Astor Piazzolla.

Kulturbotschafter aus dem Baltikum: Latvian Radio Choir
Kulturbotschafter aus dem Baltikum: Latvian Radio Choir

Soundkulissen wie aus einer anderen Welt

Ganz irdisch hingegen geht es im Konzert des Latvian Radio Choir zu (8.3.). Unter der Leitung von Sigvards Kļava interpretieren die Grammy-Preisträger A-cappella-Kompositionen aus Schweden und dem Baltikum, die sich mit Meeren, Wäldern, Mythen und unser aller Existenz in der Natur auseinandersetzen. Ebenfalls aus Lettland stammt die renommierte Organistin Iveta Apkalna. An der 53 Register zählenden Kuhn-Orgel der Pauluskirche eröffnet sie mit unverwechselbarer Klarheit und Kreativität sphärische Klangwelten (11.3.). Auch optisch lädt der Abend dank einer Lichtinstallation zum Träumen ein.

Als Fahrstuhl ins Unterbewusstsein bezeichneten Schlafforscher einst das nächtliche Träumen. In „Supramodal Parser“ nehmen Komponist Alexander Schubert und Lichtkünstlerin Nika Schönfelder diese innere Welt unter die Lupe und laden bei einer Clubnacht im Tanzhaus (13.3.) zum Erkunden von Ekstase, Wünschen und Träumen ein. Die Grenzen zwischen Raum und Zeit bringt gleichwohl das Ensemble um E-Gitarrist Yaron Deutsch und Bassist Uli Fussenegger ins Wanken, wenn es in einem ehemaligen Zichorien-Silo heißt: „No Longer Navigating by a Star“ (14.3.). Orientierung bietet dabei die gleichnamige Komposition von Clara Iannotta. Eine Soundkulisse wie aus einer anderen Welt erzeugen seit jeher auch die Ondes Martenot, die an diesem Abend in einem Werk von Tristan Murail zum Einsatz kommen.

Die Klanginstallation „Le Sile’s“ ist in der Basler Maurerhalle zu erleben
Die Klanginstallation „Le Sile’s“ ist in der Basler Maurerhalle zu erleben

Klanginstallation und Literaturkonzert

Einen Tag später (15.3.) begegnet Yaron Deutsch im Gare du Nord Ausnahmegeiger Irvine Arditti, einer der prägenden Figuren im Kosmos der zeitgenössischen Kammermusik. Gemeinsam heben sie zwei neue Stücke von Sarah Nemtsov und Zeynep Toraman aus der Taufe, die ihrerseits die Idee von Gravitationswellen – durch extreme kosmische Ereignisse wie verschmelzende Schwarze Löcher oder Sternenexplosionen ausgelöste Erschütterungen der Raumzeit – ganz unterschiedlich vertonen.

Inspiriert von Astrologie und Kosmologie haben Fabrizio Di Salvo und Roberto Maqueda ihre Klanginstallation „Le Sile’s“ erschaffen. Diese besteht in Analogie zu den Sternzeichen aus zwölf Stationen, die mittels kleiner Motoren in Rotation versetzt und von einem Schlagzeuger präzise angesteuert werden können. Mithilfe von KI, die live immer wieder neue Klangimpulse erzeugt, entstehen so einzigartige musikalische Gravitationsfelder – einmalig zu erleben in der Maurerhalle (16.3.).

Unumstößlich im Festivalprogramm verankert sind sparten- und genreübergreifende Projekte. 2026 ist so ein besonderes Literaturkonzert vorgesehen, in dem philosophische Texte des Schriftstellers Philipp Theisohn über ein Leben jenseits unseres Planeten auf ekstatische, kryptische und nachdenkliche Klaviermusik von Bach über Skrjabin bis zu George Crumb treffen (10.3.). Tradition hat gleichwohl das Jazzkonzert mit anschließendem Dinner, das dieses Jahr das Aaron Parks Trio im Restaurant Perron (12.3.) gestaltet.

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