Das Kloster Knechtsteden bei Dormagen blickt auf eine fast 900-jährige Geschichte zurück. Von der kunsthistorischen Bedeutung zeugt insbesondere die Klosterkirche mit ihren farbig gefassten Kapitellen. Zugleich leben bis heute Angehörige des Spiritanerordens in der Anlage, die zudem Ziel religiöser Wallfahrten ist. Schließlich dient seit 1992 die Klosterkirche mit ihrer hervorragenden Akustik dem Festival Alte Musik Knechtsteden als ebenso geschichtsträchtige wie stimmungsvolle Heimat.
Zum 250. Geburtstag rückt das Festival nun E. T. A. Hoffmann ins Zentrum: den fantastischen Erzähler, Komponisten und einflussreichen Musikkritiker, der Beethoven zum Romantiker schlechthin erklärte und mit seiner Verehrung für Palestrina und Bach dem Cäcilianismus den Weg bereitete. In unheimlich-fantastischen Konzerten zeichnet das Festival Hoffmanns Wirkung auf die Musikgeschichte nach. Mit Dorothee Oberlinger als Artist in Residence, Andreas Scholl, Matthias Brandt, Christine Schornsheim, dem Freiburger Barockorchester, Concerto Köln und der Rheinischen Kantorei versammelt es dafür namhafte Solisten, Schauspieler und Ensembles.
concerti verlost 2×2 Tickets für das Konzert „Gregorianische Nacht“, das die Cappella Pratensis am 25. September im Rahmen des Festivals Alte Musik Knechtsteden gestaltet
Ein Konzert widmet sich dabei einer besonders verehrten Figur des Christentums und führt zugleich zu den Wurzeln der westeuropäischen Musikkultur: Maria Magdalena. Kaum eine biblische Gestalt wurde so gegensätzlich gedeutet wie diese – von der vermeintlichen Sünderin bis zur „Apostola Apostolorum“. Diese wechselnden Zuschreibungen inspirierten über Jahrhunderte Vertonungen zu ihren Ehren.
Die Grammy-prämierte Cappella Pratensis stellt in ihrer „Gregorianischen Nacht“ Nicolas Champions seltene „Missa de Sancta Maria Magdalena“ aus dem frühen 16. Jahrhundert ins Zentrum. Ihr affektreicher, als Musica reservata bezeichneter Stil entfaltet in einem kunstvoll ornamentierten Stimmengeflecht eine Klangpracht, die an die reiche Architektur der Renaissance erinnert, und weist den Lütticher zugleich als Meister der franko-flämischen Schule aus. Dem polyfonen Reichtum der Messe stellt das Ensemble schlichte gregorianische Gesänge als wirkungsvollen Gegenpol gegenüber.


