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	<title>Jugend musiziert - concerti.at</title>
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	<description>Klassische Musik, Klassik-Konzerte, Oper &#38; Festivals</description>
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	<title>Jugend musiziert - concerti.at</title>
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		<title>„Für mich haben alle ein gewisses Talent“</title>
		<link>https://www.concerti.at/interviews/floetenlehrerin-mariola-rutschka-im-interview/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irem Çatı]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 May 2018 07:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend musiziert]]></category>
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					<description><![CDATA[Passend zu Jugend musiziert treffen wir Mariola Rutschka in der Staatlichen Jugendmusikschule in Hamburg. Seit 1996 arbeitet sie hier als Flötenlehrerin und unterrichtet derzeit insgesamt 45 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Orchester. Jedes Jahr schickt sie mehrere Nachwuchsmusiker zu dem Wettbewerb]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Frau Rutschka, was muss ein Schüler mitbringen, um bei Jugend musiziert mitzumachen?</h3>



<p>Mariola Rutschka: Begabung, Fleiß, Ehrgeiz, Konzentration, Ausdauer – und natürlich Spaß und Lust! Man muss als Lehrer sehr wachsam sein, um zu erkennen, wer geeignet sein könnte, denn im Grunde kann jeder ein Kandidat sein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Woran machen Sie das fest?</h3>



<p>Rutschka: Ich beobachte. Wenn ich merke, dass sich ein Schüler immer gut vorbereitet und das Musizieren ernst nimmt, werden auch die Aufgaben komplexer und die Anforderungen größer. Wenn die Schüler das wahrnehmen und sich auch weiterhin bemühen, dann weiß ich, dass sie mehr möchten und für den Wettbewerb geeignet sind. So entwickelt sich das.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum schicken Sie Ihre Schüler zu Jugend musiziert?</h3>



<p>Rutschka: Die Schüler machen auf dem Weg zum Wettbewerb eine große und rasche musikalische Entwicklung auf dem Instrument. Sie sammeln viele neue Erfahrungen und stellen sich neuen Herausforderungen, etwa dem Musizieren mit anderen Schülern. Letztlich geht es um die Persönlichkeitsbildung. Die Schüler lernen sich darzustellen und zu präsentieren und Jugend musiziert ist für solche Momente eine treibende Kraft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie reagieren Ihre Schüler darauf, wenn Sie ihnen sagen, dass sie das Talent für Jugend musiziert haben?</h3>



<p>Rutschka: Das sage ich nie: „Du hast das Talent für Jugend musiziert.“ Für mich haben nämlich alle ein gewisses Talent, sonst würden sie sich nicht mit dem Instrument beschäftigen. Ich erkläre einfach, dass es einen schönen Wettbewerb gibt, und frage, ob die Schüler Lust hätten, da mitzumachen. Ich erkläre ihnen auch, dass sie dabei die Chance hätten, sich ein bisschen mehr und vor allem tiefer mit der Materie zu beschäftigen. Das motiviert sie und nimmt ihnen den ersten Schreck. Dieser Drei-Etappen-Wettbewerb kann nämlich schon wie eine kleine Abitur-Prüfung sein, auch wenn man Jugend musiziert nicht mit dem Schulsystem vergleichen kann, sondern eher mit einer Sport-Olympiade. Der Notenspiegel des Wettbewerbs orientiert sich an dem, was die Jugendlichen leisten und nicht an der zu erwartenden Leistung für die jeweiligen Altersgruppen. Das ist eine völlig andere Herangehensweise als in der Schule, aber damit auch schwierig für die Jury zu bewerten.</p>



<figure class="wp-block-image alignnone wp-image-39043"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="265" height="300" src="https://www.concerti.de/wp-content/uploads/2018/05/Rutschka-Mariola-c-Dirk-Paßehl-265x300.jpg" alt="Mariola Rutschka" class="wp-image-39043" srcset="https://www.concerti.at/wp-content/uploads/2018/05/Rutschka-Mariola-c-Dirk-Paßehl-265x300.jpg 265w, https://www.concerti.at/wp-content/uploads/2018/05/Rutschka-Mariola-c-Dirk-Paßehl.jpg 530w" sizes="(max-width: 265px) 100vw, 265px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mariola Rutschka © Dirk Paßehl</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Wie bereiten Sie Ihre Schüler auf den Wettbewerb vor?</h3>



<p>Rutschka: Das Entscheidende ist, welches Programm ich für den Wettbewerb wähle, um die Schüler über Monate am Üben halten zu können. Das muss ihnen gefallen, denn die Vorbereitungszeit kostet sehr viel Zeit. Wenn die Schüler mit dem Programm konfrontiert werden, sagen sie oft, sie würden das nie schaffen, und es ist schön zu sehen, dass sie es am Ende doch gut meistern. Ich habe dieses Jahr sechs Schüler zu Jugend musiziert geschickt, und das war wirklich eine Herausforderung für mich selbst. Hinzu kommt das Üben mit Begleitern. Das Entscheidende ist nachher das Zusammenspiel und das gemeinsame Musizieren. Am Ende kommt das mentale Training, auf das ich großen Wert lege.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was bedeutet das genau?</h3>



<p>Rutschka: Das bedeutet, dass die Schüler die antrainierten Abläufe mental festigen sollen. Beispielsweise den Umgang mit Stresssituationen, Selbstvertrauen und Sicherheit während des Wertungsspiels, Konzentration und Präsenz. Das sollen sie sich möglichst oft durch den Kopf gehen lassen, denn diese Kleinigkeiten sind für Kinder unglaublich wichtig.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Suchen Sie immer das Programm aus?</h3>



<p>Rutschka: Ja. Das ist eine schwierige Aufgabe.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Begleiten Sie Ihre Schüler beim Wettbewerb?</h3>



<p>Rutschka: Ja, immer. Ich glaube, ich stütze sie und gebe ihnen eine gewisse Sicherheit. Das ist eine vertrauensbildende Maßnahme. Auch bei Konzerten und Vorspielen versuche ich dabei zu sein. Die Schüler wollen das auch so. Deshalb denke ich, dass ich uns beiden damit einen Gefallen tue. Und es interessiert mich natürlich auch.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie geht es Ihnen selbst während des Wettbewerbs?</h3>



<p>Rutschka: Ich bin genauso aufgeregt wie meine Schüler <em>(lacht)</em>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was passiert, wenn Sie mit der Jury-Entscheidung nicht zufrieden sind?</h3>



<p>Rutschka: Das ist eine schwierige Frage. Man kann es natürlich nicht allen recht machen. Trotzdem leide ich mit, wenn es eine „enttäuschende“ Entscheidung für meine Schüler gibt. Man darf nicht vergessen, dass zu einem guten Ergebnis auch die Tagesform in dem Moment gehört. Ich versuche auch bei den Jurygesprächen dabei zu sein, um mit meinen Schülern über die Kritik zu sprechen und selbst zu reflektieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie trösten Sie Ihre Schüler bei Misserfolgen? Wie bauen Sie sie wieder auf und motivieren sie?</h3>



<p>Rutschka: Beim Wettbewerb nicht „weiterzukommen“ ist für mich kein Misserfolg. Ich denke, schon daran teilzunehmen ist ein gewisser Erfolg und das wissen meine Schüler auch. Ich motiviere sie, bei Jugend musiziert mitzumachen, weil das Lernen und die Entwicklung das Wichtigste sind. Nach dem Wettbewerb sind alle Schüler besser und das merken sie auch. Nicht nur die Schüler, auch die Eltern sehen das. Und das ist wichtig, denn ohne das große Engagement der Eltern wäre das alles nicht möglich. Natürlich sind die Schüler nach einem schlechten Ergebnis erst einmal enttäuscht, aber es ist schön zu sehen, dass in der nächsten Woche alles wieder okay ist und die Jugendlichen einfach weitermachen. Das gehört auch zu meinen Aufgaben: darauf zu achten, dass es genau so läuft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Setzen Sie sich Ziele für Ihre Schüler?</h3>



<p>Rutschka: Ich glaube, bei diesem Wettbewerb ist es das Ziel der Schüler, weiterzukommen. Aber für mich ist das noch größere Ziel, die Entwicklung meiner Schüler zu erleben. Denn in der kurzen Vorbereitungszeit zum Wettbewerb entwickeln sich die Schüler meist schneller als in einem Jahr mit regulärem Unterricht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bleibt der Standard Ihrer Schüler auch nach dem Wettbewerb erhalten?</h3>



<p>Rutschka: Ja, darum kümmere ich mich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sie sitzen gleichzeitig in der Jury von Jugend musiziert. Was macht Ihnen mehr Spaß?</h3>



<p>Rutschka: Das sind zwei verschiedene Sachen, und beide machen mir Spaß. Als Lehrerin bin ich der Begleiter. Da erlebt man die ganze Entwicklung des Kindes und wird ein Teil von dessen Leben. Als Jurymitglied erlebe ich die Jugendlichen nur einen kurzen Moment. Dabei versuche ich möglichst objektiv zu sein und ihnen etwas Positives auf den Weg zu geben.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>„Man spielt bei den schönsten Stellen mit“</title>
		<link>https://www.concerti.at/interviews/interview-marc-jonas-krohn-zum-6-mal-mit-posaune-bei-jugend-musiziert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Peter Ibs]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 May 2018 05:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend musiziert]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Mai 2018 wird der sechzehnjährige Posaunist Marc Jonas Krohn zum sechsten Mal in Folge am Bundeswettbewerb Jugend musiziert in Lübeck teilnehmen. Der junge Hamburger über seine Begeisterung für ein unbeliebtes Instrument]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Im Vergleich zu Geige, Cello und Klavier wird die Posaune etwas stiefmütterlich behandelt. Wie haben Sie zu Ihrem Instrument gefunden?</strong></p>



<p>Marc Jonas Krohn: Als ich fünf Jahre alt war, habe ich mit meinen Eltern und meiner Schwester ein Konzert von Rolf Zuckowski im Hamburger Michel besucht, und dort sind auch die Instrumente vorgestellt worden. Als ich die Posaune gehört habe, dachte ich: Das will ich unbedingt mal ausprobieren. Meine Mutter war aber zunächst dagegen und deshalb konnte ich erst zwei Jahre später anfangen.</p>



<p><strong>Was hatte sie denn gegen die Posaune?</strong></p>



<p>Krohn: Sie kannte das Instrument nur aus Blaskapellen und fand es ganz furchtbar.</p>



<p><strong>Ein verbreitetes Vorurteil. Mit welchen Argumenten würden Sie für Ihr Instrument streiten?</strong></p>



<p>Krohn: Es gibt einfach ganz wundervolle Musik für das Instrument, wenn auch nicht so viel Literatur wie für die Geige. Und wenn man im großen Orchester sitzt, ist man zwar nicht permanent dabei, spielt aber bei den schönsten Stellen mit.</p>



<p><strong>Wie sahen die frühen Herausforderungen beim Üben aus?</strong></p>



<p>Krohn: Posaune kann man, im Gegensatz zu Klavier oder Geige, nicht unendlich lange üben. Irgendwann ist dann die Kondition zu Ende. Die Spannung in den Lippen kann man nicht unendlich lange halten. Man muss sie trainieren. Am Anfang habe ich nur zehn Minuten geschafft, inzwischen kann ich ohne Probleme auch zwei Stunden proben.</p>



<figure class="wp-block-image alignnone wp-image-39155"><img decoding="async" width="215" height="300" src="https://www.concerti.de/wp-content/uploads/2018/05/Krohn-Marc-Jonas-2-c-privat-215x300.jpg" alt="Marc Jonas Krohn" class="wp-image-39155" srcset="https://www.concerti.at/wp-content/uploads/2018/05/Krohn-Marc-Jonas-2-c-privat-215x300.jpg 215w, https://www.concerti.at/wp-content/uploads/2018/05/Krohn-Marc-Jonas-2-c-privat-768x1071.jpg 768w, https://www.concerti.at/wp-content/uploads/2018/05/Krohn-Marc-Jonas-2-c-privat-735x1024.jpg 735w, https://www.concerti.at/wp-content/uploads/2018/05/Krohn-Marc-Jonas-2-c-privat-600x836.jpg 600w" sizes="(max-width: 215px) 100vw, 215px" /><figcaption class="wp-element-caption">Marc Jonas Krohn © privat</figcaption></figure>



<p><strong>2018 treten Sie zum sechsten Mal in Folge bei <a href="https://www.jugend-musiziert.org/" target="_blank" rel="noopener nofollow external noreferrer" data-wpel-link="external" class="wpel-icon-right">Jugend musiziert<i class="wpel-icon dashicons-before dashicons-external" aria-hidden="true"></i></a> an. Woher nehmen Sie die Motivation, immer wieder diese Herausforderung zu suchen?</strong></p>



<p>Krohn: Es macht zunächst einmal Spaß, das Instrument zu spielen. Aber bei den Vorspielen von <a href="https://www.concerti.de/reportage/zukunftsmusik/" target="_self" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Jugend musiziert</a> treffe ich auch Freunde und lerne neue Menschen kennen, die in der gleichen Kategorie antreten, also meine Leidenschaft für die Posaune teilen. Der Austausch ist spannend. Und es ist eine tolle Erfahrung bei den Preisträgerkonzerten gemeinsam zu musizieren.</p>



<p><strong>Das klingt so, als würden Sie mit dem Druck gut zurechtkommen.</strong></p>



<p>Krohn: Ja. Aber natürlich probe ich intensiv für den Wettbewerb. Je nachdem wie gut vorbereitet ich mich fühle, bin ich dann mehr oder weniger aufgeregt. Durch die Unterstützung, die ich als Stipendiat der Oscar und Vera Ritter-Stiftung erhalte, kann ich mich voll auf meine musikalische Ausbildung konzentrieren.</p>



<p><strong>Sie sind zuerst im Solowettbewerb angetreten und danach zwei Mal in Duo-Besetzung angetreten, einmal im Quartett, dieses Jahr spielen Sie wieder solo und benötigen einen Begleiter. Wie haben Sie Ihre Partner gefunden?</strong></p>



<p>Krohn: Florian Albrecht, mit dem ich die ersten beiden Male angetreten bin, kannte ich aus der Hans Kauffmann Stiftung. Unsere Lehrer haben uns zusammengeführt. Die Probenleitung für die Arbeit im Quartett hat dann Stefan Geiger übernommen – er ist 1. Soloposaunist beim NDR Elbphilharmonie Orchester. Er kannte mich bereits vom NDR Jugendsinfonieorchester und hat mich gefragt, ob wir mal was zusammen machen wollen. Seine beiden Söhne Benedikt und Valentin, die Horn und Trompete spielen, haben im Quartett mitgespielt, und Stefan Geiger hat dann noch Jacob Ulrich als zweiten Trompeter mit ins Boot geholt.</p>



<p><strong>Welche Themen beschäftigen Sie neben der Posaune?</strong></p>



<p>Krohn: Ich interessiere mich sehr für Geschichte. Vor allem natürlich für Musikgeschichte.</p>



<p><strong>Und was machen Sie wenn Sie einen Ausgleich brauchen?</strong></p>



<p>Krohn: Ich mache jeden Tag Yoga, lese gerne und höre viel Musik – vor allem Klassik. Außerdem baue ich gerne Schiffsmodelle.</p>



<p><strong>Ach, das ist ja sehr hanseatisch. Welches zum Beispiel?</strong></p>



<p>Krohn: Ein englisches Segelschiff nach einem Revell Bausatz.</p>



<p><strong>Derzeit sind Sie Jungstudent an der Musikhochschule Lübeck. Wie geht es für Sie weiter mit Ihrem Instrument?</strong></p>



<p>Krohn: Ich möchte Posaune studieren und später im Orchester spielen. Dafür würde ich gerne an die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover zu Jonas Bylund, bei dem ich bereits Probeunterricht hatte.</p>



<p><strong>Dafür – und natürlich für die Teilnahme bei Jugend musiziert – wünschen wir viel Erfolg!</strong></p>
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