Soll man Intrigen, Gewalt und Terror mit aller Härte begegnen oder Milde walten lassen, um als Vorbild der Menschlichkeit zu wirken? Diese Frage hängt wie ein Damoklesschwert über Titos Thron. In seiner letzten Oper „ La clemenza di Tito“ zeichnet Mozart das Bild eines Herrschers, der seinen Feinden verzeiht und der im Konflikt zwischen privaten und politischen Interessen die Gerechtigkeit nie aus dem Blick verliert. Das antike Römische Reich diente als Projektionsfläche für einen idealisierten, tugendhaft-wohltätigen Kaiser, eine Figur, die dem Anlass der Komposition in die Karten spielte: die Krönungsfeier Leopolds II., der 1786 als Großherzog die Folter und Todesstrafe abgeschafft hatte. (SI)
Mozart: La clemenza di Tito
Auch interessant
-
„Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“
Seit 2011 leitet Joshua Bell die Academy of St Martin in the Fields. Sein Violinspiel liegt in zahlreichen Aufnahmen vor – und in 20 000 digitalen Samples.
Klassik in Ihrer Stadt
Newsletter
Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!



