Leichtigkeit auszustrahlen, ohne selbst beliebig oder gar gefällig zu wirken, ist jene Tugend, an der sich sommerliche Open-Air-Konzerte messen lassen müssen. Mit einer Fülle klanglicher Impressionen erfüllt die Einspielung des Schönbrunner Sommernachtskonzerts 2026 diesem Anspruch so eindrücklich wie selten nach. Insbesondere Ravels zweite Suite aus „Daphnis et Chloé“ scheint regelrecht über allen Sphären zu schweben mit einer jugendlichen Frische und jener geheimnisvollen Verzauberung ihrer Entstehungszeit. Maßgeblichen Anteil daran hat Klangcharmeur Lorenzo Viotti, der die Wiener Philharmoniker in eine Traumfabrik verwandelt – sowohl in den spritzig zündenden bis elegisch verklingenden Operettenauszügen von Suppè bis Korngold als auch auf dem Weg in die Klangwelten Wagners und seines „Rheingolds“, in dem Wotan seiner Götterburg Walhall erhaben entgegenschreitet. Als singender Komplize steht Viotti Bassbariton Sir Bryn Terfel zur Seite, der ebenfalls sein Debüt in Schönbrunn feiert. Er geht mit sängerisch feiner Nadel zu Werk, wobei die Traumwelten bisweilen zerplatzen, weil die aus den ursprünglichen Zusammenhängen gelösten Auszüge oft unvermittelt nebeneinanderstehen.
Sommernachtskonzert Schönbrunn 2026
Werke von Suppè, Puccini, Verdi, Tschaikowsky, Price, Wagner, Korngold, Ravel u. a.
Sir Bryn Terfel (Bassbariton), Wiener Philharmoniker, Lorenzo Viotti (Leitung)
Sony







